UNIWERSYTET KAZIMIERZA WIELKIEGO

WYDZIA£ HUMANISTYCZNY

KATEDRA GERMANISTYKI

 

 

 

 

IWONA KOWALSKA

Nr albumu 63260

 

 

 

APHASIE ALS KOMMUNIKATIONSSTÖRUNG                                    – KOMMUNIKATION MIT MENSCHEN,

DIE VON APHASIE BETROFFEN SIND

 

 

 

 

 

Praca magisterska  napisana pod kierunkiem

Dr Magdaleny Donderowicz

 

 

 

BYDGOSZCZ 2010

 

UNIWERSYTET KAZIMIERZA WIELKIEGO

WYDZIA£ HUMANISTYCZNY

KATEDRA GERMANISTYKI

 

 

 

 

IWONA KOWALSKA

Nr albumu 63260

 

 

 

AFAZJA JAKO FORMA ZABURZENIA KOMUNIKACJI                   – KOMUNIKACJA Z OSOBAMI,

KTÓRE ZOSTA£Y DOTKNIÊTE AFAZJ¥

 

 

 

 

Praca magisterska  napisana pod kierunkiem

Dr Magdaleny Donderowicz

 

 

 

BYDGOSZCZ 2010

Inhaltsverzeichnis

Vorwort....................................................................................................................... 3

1. Begriff „Aphasie“.................................................................................................. 5

         1.1.Ursachen, Klassifikationen und Syndrome.............................. 6

             1.1.1.Die Globale Aphasie....................................................................... 9

             1.1.2.Die Broca  Aphasie........................................................................ 11

             1.1.3.Die Wernicke - Aphasie................................................................ 12

             1.1.4.Die amnestische Aphasie............................................................ 13

2. Verbale Kommunikation............................................................................... 16

         2.1.Zum Begriff der  Kommunikation................................................... 16

         2.2.Kommunikationsmodell.................................................................... 17

             2.2.1. Kommunikationsmodell nach Shannon und Weaver 18

               2.2.1. Friedemann Schulz von Thuns Kommunikationsmodell   19

3. Sprache und Denken........................................................................................ 23

4. Leben mit Aphasie............................................................................................... 32

4.1. Soziale Probleme im Alltag und Bedeutung für Angehörige       35

         4.2. Der Umgang mit Aphasiker................................................................ 37

         4.3.Untersuchungen..................................................................................... 42

Schlusswort............................................................................................................ 52

Bibliografie.............................................................................................................. 54

Streszczenie pracy dyplomowej................................................................... 58

OŒWIADCZENIE........................................................................................................... 59

 

 

 

 

 

 

Vorwort

In meiner Arbeit möchte ich mich mit dem Thema Sprachstörung und genauer mit der Aphasie befassen. In Rahmen der Arbeit will ich auf die Problematik der Kommunikation mit Aphasiker eingehen. Die Inspiration zu dieser Arbeit war die Lektüre von Witold Doroszewski „Studia i szkice jêzykoznawcze“ (1963), in der er den gesellschaftlichen und sozialen Charakter der Sprache, den senden-empfangen Prozess, die gesellschaftliche, kommunikatorische Wirkung unterstrichen hat. „Die Sprache ist im Prinzip eine geselschaftlich-kommunikatorische Aktivität, die als solche nur in actu und als eine von Handlungen der Untersuchung unterliegen kann“(1963, Seite 23).[1] Er betont die Abhängigkeit zwischen der Sprachfunktionsweise und der Hirnwirkung und in der Aphasieforschung hat er eine Chance gesehen, um die Sprache als Tätigkeit zu erklären.

Die vorliegende Arbeit wird in 4 Kapitel geteilt. Die ersten drei enthalten theoretische Informationen zum Thema: Aphasie, Kommunikation, Sprechen und Denken, die eng mit dem Hauptproblem verknüpft sind. Ich beginne mit der Antwort auf die  Frage: was bezeichnet Aphasie? Als sehr wichtig bei der Beschreibung der Aphasie betrachtete ich die Klassifikation der Aphasie. Besonders die Gliederung nach Aachener Schule wird hier betont und genauer beschrieben.

  In dem vierten Kapitel stelle ich die sozialen Probleme des Lebens von- und mit Aphasiker dar. Und das ist auch Ziel meiner Arbeit. Ich möchte zeigen, wie das Leben mit Aphasie aussieht. Wie man trotz solcher Sprachstörungen kommunizieren kann und wie der Wiedererwerb der Sprachfähigkeit verläuft. In diesem Teil gab es auch eine Umfrage, die ich unter den Aphasikern und ihrer Angehörigen durchgeführt habe. Bei der Analyse sind auch die persönlichen Erlebnisse  hervorzuheben.

Die Notwendigkeit der Beobachtung und Analyse der linguistischen Tatsachen, die mit dem Funktionieren der  Gehirnstruktur verbunden sind, hat bereits Baudouin de Couretenay bemerkt und darin die Zukunft der Linguistik gesehen (vgl. Baudouin de Couretenay J., Kraków 1910). Er meinte, dass das Individuum die Sprache nicht a priori bekommen hat, sondern sie gestaltet sich in der Folge der Entwicklung und Wirkung anderen Individuums, die dank dem Bestehen von den Nerven, dem Hirn und der Luft möglich ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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1.   Begriff „Aphasie“

Umfassend ist Aphasie der Sprachverlust nach dem beendeten Prozess des Spracherwerbs. Das ist eine Sprachstörung, die infolge einer Läsion eines Hirngewebes besteht und Sprachbehinderung oder Komplikationen bei dem Sprachverstehen, allgemein Unfähigkeit zur verbalen Kommunikation verursacht.[2]

 M. Maruszewski bezeichnet Aphasie als "spowodowane organicznym uszkodzeniem odpowiednich struktur mózgowych czêœciowe lub ca³kowite zaburzenie mechanizmów programuj¹cych czynnoœci mowy cz³owieka, który ju¿ uprzednio opanowa³ te czynnoœci” (Maruszewski 1966, Seite 86 ).[3]

S. Grabias  hat dagegen Aphasie als eine Störung bezeichnet, die aus den Verletzungen der Hirnrinde im Sprachzentrum und infolge vollständiger oder partieller Auflösung (Schwund) aller Typen der Sprachkompetenz und/oder  Störungen  in ihrer Realisierung entsteht. Aphasie ist eine Sprachstörung, die sich in Folge der Beschädigung des Sprachzentrums in dominierender Hemisphäre bildet und den Prozess der Sprachproduktion oder Sprachverstehen behindert (http://www.gabinet-logopedyczny.com/logopedia/klasyfikacja-zaburzen-mowy/afazja.html [26.02.2010]). Der  Begriff stammt vom französischen Forscher Paul Pierre Broca, der als Erster die Sprachstörung aufgrund der Stirnwindungsläsion beschreibt und als „Aphéme“ bezeichnet. Das Wort stammt vom griechischen Adjektiv „a-phemoz“ und bedeutet „welcher nicht spricht“ oder „ohne zu sprechen“. Dies wurde aber vom Professor Trousseau kritisiert. Seiner Meinung nach ist das ein falscher Begiff, weil „Aphéme“ wörtlich  „Renommemangel“, „schlechtes Renommme“ order „Infamie“ bedeutet. (Schöler & Grötzbach, 2002 S. 6). Trousseau gab einen Vorschlag, für mechanisch bedingte Unfähigkeiten den Begriff „Alalie“ oder „Aphasie“ zu benutzen. Da die „Alalie“ sich mehr auf die Störungen bei der Bildung und Produktion von Lauten konzentriert, bevorzugt der Franzose die Bezeichnung „Aphasie“.

Der Begriff besteht aus 2 Wörtern: „A“ und „Phasie“. Unter „a-“ versteht man Mangel an etwas, „-Phasie“ bedeutet „Sprache“, zusammen bilden sie „Mangel an Sprache“. Diese Feststellung ist aber nicht ganz korrekt (und) kann irreführen, da es keinen kompletten Sprachverlust gibt. Die Störungen können in expressiven und rezeptiven Fähigkeiten aller Modalitäten auftreten:

·        Sprachverstehen

·        Sprachproduktion

·        Schreiben

·        Lesen,

die in unterschiedlichem Ausmaß und veränderter Zusammensetzung gestört sind (vgl. W. Schöler, H. Grötzbach, 2002). Dies differenziert Aphasie von anderen modalitätsspezifischen Beeinträchtigungen, wie z.B. von der Alexie ist einer selektiven Störung des Lesens, die verschiedene Sprachbereiche betreffen.

Aphasie ist keine Artikulationsstörung, sondern besteht in einer  Beschränkung der Verstehensfähigkeit  von Verbalkommunikationen oder ihren Regeln. Aphasie entsteht bei der Verletzung der dominanten Gehirnhälfte (bei Rechtshändern ist die linke Hemisphäre dominant, bei Linkshändern umgekehrt). Dabei liegt aber keine Beeinträchtigung der Sprechorgane oder des Gehörs vor.

 

1.1.                  Ursachen, Klassifikationen und Syndrome

Die Ursachen des Sprachverlustes sind unterschiedlich und von vielen Faktoren abhängig. Zu den häufigsten gehören bei etwa 75%[4] der Patienten die Schlaganfälle d.h. die Unterbrechung der Blutzufuhr zu einigen Hirnarealen, z.B. durch einen Abbruch des Blutgefäßes und Bluterguss, durch die Arterienverstopfung mit einer Thrombose als auch durch Zerstörung von Nervengewebe infolge einer  Schädelverletzung, Tumoren oder Abszesse.

Gleich nach dem Vorkommen der Gehirnbeschädigung und in den ersten Tagen, gibt es in der Regel einen Bewusstseinsverlust, starke Kopfschmerzen, Übelkeiten, Parese oder Lähmen einer Körperseite, oft auch Verlust der Sprache und des Verstehens.

Zu den häufigsten Ursachen der Gehirnbeschädigung der Aphasie gehören:

·        Schlaganfall (eine Gehirnblutung, arteriellet Thrombus, cerebrale Embolie, arterieller Druck, langanhaltende Schrumpfung der Hirnarterien) 

·        Hirnverletzungen,

·        Schädelverletzungen (Gehirnerschütterung, Gehirnprellung, Hirnverwundung, Gehirndruck)

·        Tumoren und Abszesse (die häufigste Art des Tumors ist Gliom [Glioblastom]. Es beträgt 40% von Hirntumoren bei Erwachsenen)

(Vgl. http://www.gabinet-logopedyczny.com/ [27.02.2010])

Viele Wissenschaftler stellen unterschiedliche Theorien der Gliederung von Aphasie auf, die ständig von Spezialisten in verschiedenen Disziplinen entwickelt werden. Jede Klassifikation ändert sich und entwickelt in dem Zeitraum, deshalb sind auch die Daten wichtig.

·        Klassifikation nach Goldstein (1948):

o        die Expressionsstörungen, die von der Beschädigung der Hirnrinde verursacht sind, wie Dysarthrie, motorische Aphasie, und zentrale motorische Aphasie;

o        Sprachstörungen, die nicht aus linguistischen Funktionen, sondern Dysfunktion der Sprache entstehen, abhängig von der Unfähigkeit des abstrakten Denkens, oder von so genannten Störungen der "Fundamental-Funktionen" des Gehirns;

o        Empfangsstörungen, die mit einer Verletzung der Hirnrinde verbunden sind, z.B. Gehörlosigkeit und sensorische Aphasie;

o        zentrale Aphasie;

o        amnestische Aphasie;

o        Agrafie;

o        Alexie;

o        Echolalie.

·        nach Konorski (1961):

o       akustisch-verbale Aphasie

o        akustisch-motorische Aphasie

o        visuell-verbale Aphasie

o       motorische Aphasie

o       Anordnung der sensorischen Aphasie,

o       Aphasie infolge einer Beschädigung der motorischen dominanten Hemisphäre (das so genannte zusätzliche motorische Areal)

·         Klassifikation nach £uria (1976):

o       kinetisch-motorische Aphasie;

o       Verletzung der Windung von der  linken Hemisphäre (afferente Aphasie);

o       kinetisch- motorische Aphasie (efferente Aphasie) - die durch Schäden im Broca-Areal verursacht ist, ihre Störung führt zum vollständigen oder partiellem Verlust der Sprachflüssigkeit;

o       Dynamische Aphasie, wenn die Schaden die linke Seite von Broca-Areal umfassen; führt zu den Störungen im Bildungsprozess von längeren Äußerungen;

o       akustisch-gnostische Aphasie (sensorische Aphasie), steht in Zusammenhang mit den Schäden an Wernicke-Bereich;  der Patient kann die Sprache überhaupt nicht verstehen wegen des Vergessens der Lautformen von Wörtern;

o        akustisch – amnestische Aphasie – es gibt Verletzungen in der Nähe von Wernicke-Bereich, Schwierigkeiten bei der Erinnerung der akustischen Spuren der Wörter.

o       semantische Aphasie – wenn es eine beeinträchtigte Fähigkeit zur gleichzeitigen Analyse von verschiedenen Aspekten des empfangenen Textes gibt.

 

Allgemein unterscheidet man heutzutage folgende Unterteilung der Aphasie:

·        Gliederung der klinischen Aphasie

o       motorische Aphasie (Schwierigkeiten bei der Sprachsendung);

o       sensorische Aphasie (Schwierigkeiten im Sprachverstehen);

o       sensorisch-motorische Aphasie (Der Hauptdefekt zeigt sich im Laufe der Zeit);

o       amnestische Aphasie (anomische);

o       globale Aphasie                                                                  (Vgl. ebenda)

Es wurden nur einige von vielen Einteilungen der Aphasie angegeben. In Deutschland gilt jedoch die Gliederung der Aachener Schule. Man unterscheidet 4 Standartsymptome, mit der Rücksicht auf verschiedene Störungen der Sprachbereiche in der linken Hemisphäre:

·        Globale Aphasie

·        Broca Aphasie

·        Wernicke Aphasie

·        Amnestische Aphasie

In jedem Standartsyndrom gibt es Leitsymptome. Das heißt Symptome, die die größte Bedeutung für die Entwicklung der (bestimmten) Aphasie haben und am stärksten ausgeprägt sind. Unten werden die 4 Syndrome, mit Rücksicht sowohl auf die Entstehung, als auch auf die Auswirkung beischrieben.

 

1.1.1.  Die Globale Aphasie

Die globale Aphasie ist die schwerste von Aphasieformen, die den größten Teil des Gehirns betriff und, sich bei den Beschädigungen eines riesigen Hirngebietes, zusammen mit Broca und Wernicke Areal äußert. Als Ursache erkennt man die Hypoxie des Gebietes, der mit Hilfe von der (ganzen) mittleren Gehirnschlagader (lat. Arteria cerebri media – Bild 1.) versorgt ist. Zu den Leitsymptomen gehören „recurring utterances”, anders genannt „Sprachautomatismen”. Ein klinisches Bild weist auf eine tiefgreifende Sprachbeeinträchtigung in allen Modalitäten hin.

Globale Aphasie betrifft sowohl das Sprachverstehen, als auch die Sprachproduktion. Der Aphasiker kann selten gut kommunizieren. Die spontanen Äußerungen sind auf einzelne Wörter oder gängige Wendungen begrenzt. Das Nachsprechen, die Nennung oder das spontane Lesen und Schreiben sind  problematisch.

„Während die einen globalaphasischen Patienten mühsam Sprechversuche unternehmen und sich ihr Versagen im Äuβern von Automatismen wiederspiegelt, produzieren die anderen globalaphasischen Patienten flüssig und scheinbar ungehemmt ‘recurring utterances‘ “ (W. Schöler, H. Grötzbach,2002). Da die Auswirkung der Krankheit sich gering unterscheiden kann, gliedern Schöler und Grötzbach die globale Aphasie in 2 Aufteilungen:

·         Globale Aphasie mit Sprachautomatismen und nichtflüssiger Sprachproduktion.

Bild 1. Versorgungsgebiet der Arteria cerebri media – mittlere Hirnschlagader (J. Tesak 2007, S. 38 [10.05.2010])

1.1.2.  Die Broca  Aphasie

Diese Aphasie bezeichnet man auch als: vordere, motorische, expressive, kombinatorische, syntagmatische, stockende oder hierarchische (http://www.gabinet-logopedyczny.com [12.02.2010]).

Als ein französischer Chirurg und Anthropologe Paul Pierre Broca im Jahr 1861 eine Sezierung gemacht hat, entdeckte er die Hirnschädigung und die Ursache der Krankheit seines Patienten. Broca stellt wesentliche Abhängigkeiten zwischen Sprachfähigkeit und Hirnarealen fest.

In der Regel entsteht die Aphasie als Folge der Beschädigungen in der hinteren  Stirnwindung (Frontallappen). Die Tiefe der Aphasie ist unterschiedlich – von voller Rückbildung der Sprache bis zum kleinen Defizit. Das Leitsymptom der Broca Aphasie ist Agrammatismus und die Hauptschwierigkeit besteht in der Sprache.

Bild 2. Der Beschädigte Areal im Gehirn des Aphasikers mit der  Broca Aphasie (http://naszprzedszkolak.pl [28.02.2010])

Die Sprache der Betroffenen ist hauptsächlich nicht fließend, der Wortschatz ist arm. Sehr oft hört man nur unverständliches Stammeln (wie: „tan amate“). Die Aussprache der einzelnen Laute und Silben ist nicht labil, aber es gibt Lautverwechslung (z.B. statt „Mensch“ sagt er „Nemsch“). Sie äußern oft nur automatisierte Redewendungen.  Die Patienten haben meistens Probleme, die Laute oder Silben auszusprechen. Ihre Frustration äußern die Aphasiker mit Hilfe von Flüchen oder Lauten mit negativer Emotionsaufladung.

1.1.3.      Die Wernicke - Aphasie

Die Aphasie benennt man auch: hintere, sensorische, perzeptive, Entschlüsselung-, selektive, paradigmatische, flüssige, Ähnlichkeit- und Wahl-Aphasie (vgl. www.gabinet-logopedyczny.com/logopedia/). Das Leitsymptom ist Paragrammatismus (verbinden mit semantischen und phonologischen Fähigkeiten).  Der Typ der Aphasie ist von Verletzungen an der Grenze zwischen linkem Schläfen- und Scheitellappen verursacht.

 Die größte Schwierigkeit besteht in der Behinderung des Verstehens der gehörten Sprache. Die Sprache ist auch, bei schweren Störungen, voll von Paraphrasen (Umschreibungen), Wortverwechslungen und Neologismen, flüssig, mit richtiger Prosodie. Es gibt auch Patienten, die sehr viel sprechen, aber ihre Sprache ist oft ungrammatisch und unverständlich. Bei den Aphasikern mit groβen Störungen kommt es manchmal zum Entstehen des semantischen oder phonematischen Jargons. Die Betroffenen sind sich über ihren falschen Ausdruck nicht im Klaren (Sie sind nicht im Stande eigenen verbalen Ausdruck zu kontrollieren). Der Wernicke Bereich galt als Zentrum des Sprachverstehens.[5]

Bild 3. Der Beschädigte Areal im Gehirn des Aphasikers mit der  Wernicke-Aphasie

(http://naszprzedszkolak.pl [28.02.2010])

1.1.4.      Die amnestische Aphasie

Das Leitsymptom der Aphasie sind Wortfindungsstörungen. Das ist die gutartigste (leichteste) Form der Aphasie. Die häufigsten Schwierigkeiten offenbaren sich bei der Benennung (verlängerte Reaktionszeit, umgangssprachliche Aussagen). Amnestische Aphasie ist der Verlust der Wortfindungsfähigkeit von Objekten, Zuständen oder Erscheinungen, die der Patient nur umschreibend bestimmen kann. Manchmal kommen diese Symptome (wie z.B. die Tendenz zum Wortverdrehen oder  Vergessen den Namen) auch bei gesunden Menschen vor, die aber müde, in einer starken Erregung oder sehr alt sind. Solche Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben und Nachsprechen bleiben intakt. Das Sprachverständnis ist jedoch meistens kaum gestört. Die Aphasiker haben gute Ersatzstrategien, sie ersetzen das gewünschte Wort durch „Füllwörter“, die sehr nah am Zielwort liegen (z.B. Becher statt Glas, Haus statt Puppenhaus).

Abgetrennte Aphasieformen treten in reiner Gestalt selten auf. Normalerweise,  insbesondere bei Menschen mit einer Aphasie, die  aus Gefäßerkrankungen entsteht, sind die Hirnschäden des Sprachbereiches weitreichend und umfassen den größten Teil der Hirnrinde. Dadurch kann der Kranke einige Aphasietypen haben. Der Verlauf von bestimmten Aphasieformen ist auch von dem integrierten Wirken der verschiedenen Gehirnarealen abhängig.

A. R. £uria sagt: : „ka¿da czynnoœæ psychiczna cz³owieka jest z³o¿onym systemem funkcjonalnym. Jego realizacjê gwarantuje ca³y zespó³ wspó³pracuj¹cych aparatów mózgu, z których ka¿dy ma swój odrêbny udzia³ w zapewnieniu pracy tego systemu funkcjonalnego. (…) Ka¿da okolica mózgu uczestnicz¹ca w zapewnieniu dzia³ania systemu funkcjonalnego jest odpowiedzialna za swój czynnik”(A.R. £uria, Seite 87-88)[6]. Die Beseitigung eines Gehirnareals verhindert die korrekte Realisierung der Funktionen. Um die Silben oder Wörter nachzusprechen, ist [1] die Höranalyse der Laute unnötig, die mit den oberen Teil des Schläfenlappens der linken Gehirnhälfte verbunden ist (der linken Gehirnhälfte  bei den rechtshändigen Menschen, bei Linkshänder – rechten); [2] Das Lassen im auditiven Gedächtnis der Spur der Sequenz von Lauten (, das mit der Funktion der mittleren und oberen Schläfenlappen verbunden ist), [3] die Artikulation einzelner Laute (liegt im unteren Teil des linken Schläfenlappens), [4] der Wechsel einer Artikulation mit anderer (das bedingt der untere Teil des linken Stirnareals) (vgl. M. Sadowska, 1996).

Zusammenfassend, kann festgestellt werden, dass die Hauptdefekte sehr selten isoliert auftreten. Die meisten Menschen mit motorischer Aphasie haben auch Probleme mit der Kinästhesie und Kinetik, wobei man mit relativer Balance oder Dominanz einer Komponente zu tun haben kann. Es gibt demnach verschiedene Störungen, die mit der Aphasie auftreten. Die Störungen können einen beständigen Charakter als Folge der irreversible morphologischen Veränderungen in neuronalen Strukturen haben.

Mit jeder Hirnverletzung gehen auch neurodynamische Veränderungen einher, die von einem erhöhten Intrakranialdruck, einer Schwellung oder Störungen im Blutkreislauf verursacht sind. Hirnschaden können Sprachstörungen aber auch Defizite in anderen kognitiven Funktionen zufügen:

·         eine Vielzahl von Störungen der Sprachtätigkeiten (Schwierigkeiten bei der Nennung und beim Verstehen der Namen, die Entstellung der Artikulation, die Grammatik- und Syntaxstörung der Sprache);

·         Gedächtnisstörungen;

·         Gefühlsstörungen;

·         Störungen der Denkprozesse;

·        Bewegungsstörungen in Form von Paresen und Lähmen einer Körperhälfte, die völlig (Hemiplegie) oder teilweise (Hemiparesie) auftreten, auch Lähmung oder Trägheit genannt;

·         komplexere Bewegungsstörungen (Apraxie). Apraxie ist ein Verlust oder eine  Beschränkung der Fähigkeit zur Ausübung der fakultativen  und  zweckmäßigen Handlungen, bedingt durch eine Gehirnbeschädigung;

·        Störungen in der Analyse der äußeren Anstöße (Agnosie: visuell, auditiv, und andere);

·        Störungen bei der Oberflächen- und/oder Tiefempfindung (eines Tastsinns, Schmerzen, Temperaturen);

·        Die aus einer Paralyse des peripheren Nervensystems entstandenen Störungen (Schwierigkeiten im Kauen, Schlucken);

·        Störungen räumlicher Orientierung, Orientierung in eigenem Körper;              

·        Störungen im Lesen und Schreiben (Alexie und Agraphie). Alexie – verbale Blindheit, Unfähigkeit zu lesen, tritt bei den Menschen auf, die vor der Krankheit lesen und gut sehen  konnten. Die Ursache der Alexie ist eine Beschädigung der linken Hemisphäre, die oft als Folge eines Schlaganfalls entsteht. Angeborene Alexia kann bei Kindern mit richtiger geistiger Entwicklung heraustreten (das Wesen der Störungen ist noch nicht eingehend untersucht);

·        Störungen in Verwendung von Zahlen (Akalkulie);

Im "akuten" Stadium der Krankheit gibt es oft Verlust des Bewusstseins oder Bewusstseinsstörungen. Bei dem Wiederherstellen der Gesundheit, nimmt man bei einigen Patienten die Verhaltensstörungen der neurologisch bedingten Krankheit wahr (z. B. Schwierigkeiten bei der Kontrolle der Emotionen: Lachen, Weinen, Wutausbrüche ohne ersichtlichen Grund), oder emotionale Störungen, die aus der neurologischen Erkrankung entstehen (mit dem Sprechen assoziierter Frustrationsstand, Angst, Hilflosigkeit). Der Zustand des Patienten stabilisiert sich in den ersten drei Wochen nach der Erkrankung. Sprachstörungen sind relativ dauerhaft, und die beobachteten sprachlichen Phänomene geben die Möglichkeit,  eine Anfangsdiagnose der Aphasie zu stellen (vgl. http://www.gabinet-logopedyczny.com).

 

 

 

 

 

2.   Verbale Kommunikation

Wenn man die Aphasie als eine Sprachstörung bzw. eine Behinderung in der Äußerung betrachtet, kann man den Begriff Kommunikation und zwar verbale Kommunikation nicht auslassen. Das ist tatsächlich die größte Schwierigkeit der Betroffenen. Paul Watzlawick ist Begründer einer der wichtigsten Theorien über menschliche bzw. soziale Kommunikation. Der berühmte Philosoph und  Kommunikationswissenschaftler hat fünf Thesen aufgestellt. Die erste Regel der Kommunikationstheorie lautet: Man kann nicht nicht kommunizieren. Das Wort „Kommunikation“ hat viele Bedeutungen und wird mehrfach gegliedert.

2.1.  Zum Begriff der  Kommunikation

Im Deutschen Universalwörterbuch (=DUW) gibt es folgende Definition:  Kommunikation [lat. communicatio = Mitteilung, Unterredung]: Verständigung untereinander; zwischenmenschlicher Verkehr bes. mithilfe von Sprache, Zeichen.  (DUW 2003, CD-ROM)

Alles hängt davon ab, wer und was kommuniziert. Kommunikation verläuft sowohl zwischen Menschen oder zwischen Menschen und Tier bzw. Lebewesen, als auch zwischen Menschen und datenverarbeitenden Maschine. Konzentrieren wir uns auf den ersten Fall. Darüber liest man im Lexikon der modernen Linguistik: „1. Ursprünglich: Austausch von Informationen. 2. Bezogen auf menschliche Zivilisation ist Kommunikation eine Grundvoraussetzung für den gesellschaftlichen Reproduktions-prozess. Dabei stellt die sprachliche Kommunikation im Normalfall (verbale Kommunikation) die entscheidende Voraussetzung für jede Art von sozialer Interaktion dar. 3. (…) Im Prozess der Kommunikation vollziehen die Kommunikationspartner unter Berücksichtigung des gewählten Themas, der Kommunikationssituation, der Kommunikativen Absicht und des jeweiligen Kommunikationspartners Sprachhandlungen. Ergebnis derartiger Sprachehandlungen sind mündliche bzw. schriftliche Texte“ (Lipczuk/ Mecner/ Westphal 1999, S. 127-128). Man muss auch zwei wichtige Arten der zwischenmenschlichen Kommunikation unterscheiden: verbale (sprachliche) und nonverbale Kommunikation.

Die wahrscheinlich älteste Form der Verständigung ist die nonverbale (nichtsprachliche) Kommunikation. Nonverbal bedeutet nicht mithilfe der Sprache, sondern durch Gestik, Mimik oder optische Zeichen vermittelt (DUW 2003, CD). Auch Kinder verständigen sich nach ihrer Geburt mit Hilfe der nonverbalen Zeichen. Wenn man über nichtsprachliche Kommunikation reflektiert, denkt man an Körpersprache. Dazu zählen u.a.: Mimik, Blickkontakt, Lidaufschlag, Augenöffnung, Gestik, Kopfbewegung, Haltung des Oberkörpers, Beinhaltung und Armhaltung.

Zur verbalen Kommunikation gehören alle Mitteilungen, die man mündlich äußert. Diese Kommunikation erfolgt rein akustisch. Mit der sprachlichen Kommunikation verbinden sich solche Begriffe wie Stimme und Prosodie. Die Hauptmerkmale der Stimme sind die Stimmlagen (Färbung einer Stimme: tiefe, hohe Stimme, Altstimme), der Stimmumfang (Tonhöhenumfang), das Stimmvolumen und die Stimmqualität (Knarrstimme, behauche Stimme, schneidende, zittrige Stimme etc. Wenn man über die Sprachprosodie spricht, denkt man an Akzent, Pausen, Lautstärke, Sprechgeschwindigkeit oder Rhythmus). Wenn wir uns auf die verbale Kommunikation konzentrieren, können wir daran denken, dass jede Information, die wir übermitteln wollen, auf eine Art und Weise verschlüsselt ist. Ohne gemeinsame Kenntnisse des Kodes mit dem Kommunikationspartner ist keine Verständigung möglich. Aus diesen Gründen ist die sprachliche Verständigung mit den Aphasiker bestimmt erschwert. Betrachten wir also die Kommunikationsmodelle und Bedingungen, die ein Sprecher und Hörer erfüllen müssen, damit die Kommunikation ohne Schwierigkeiten verläuft.

2.2.  Kommunikationsmodell

Damit eine Kommunikation erfolgt, muss sie konstitutive Merkmale besitzen:

·        Sender

·        Kanal

·        Empfänger

Der Sender ist jemand oder etwas, das/was eine kodierte Information bzw. Sendung mittels eines Kanals zu einem Empfänger übermittelt. Kommunikationsereignisse lassen sich nach verschiedenen Kriterien einteilen. Die wichtigsten Unterscheidungen sind[7]:

·        Mündliche vs. Schriftliche Kommunikation

·        Einweg- vs. Zweiwegkommunikation

·        Monologische vs. Dialogische Kommunikation

·        Face to Face Kommunikation vs. Kommunikation ohne raumzeitliche Verbindung der KommunikationspartnerInnen

·        Private Kommunikation vs. Öffentliche Kommunikation

·        Persönliche vs. Offizielle gesellschaftliche Kommunikation

Zum Verstehen der Aphatiker und ihrer „Sprache“ muss man auch begreifen, wie die Kommunikation im sog. „Normalfall“ verläuft. Dazu behilflich sind die Kommunikationsmodelle.

2.2.1.      Kommunikationsmodell nach Shannon und Weaver

Das wahrscheinlich berühmteste Kommunikationsmodell haben Shannon und Weaver geschaffen. Unten präsentiere ich es zunächst im Original, dann in deutscher Version:

Das Kommunikationsmodell von Shannon & Weaver

 Bild 4. Kommunikationsmodell nach Shannon und Weaver (www.home.schule.at/teacher/froschauer/Doks/Shannon%20&%20Weaver.doc [30. 05. 2008]).

Bild 5. Modellhafte Abbildung des Kommunikationsvorgangs Ein vereinfachtes Grundmodell (http://www.hgklein.de/romsem/propaedeutikum/grafiken/komsys.jpg [16.01.2010]).

Nach Shannon und Weaver muß eine Kommunikation sechs Elemente enthalten:

Man kann feststellen, dass die Übermittlung von Informationen ein linearer Prozess ist, in dessen Hauptpunkt der Kanal steht. Wie aus dem Shannon & Weaver-Modell folgt, besteht das Prinzip der Kommunikation darin, dass jede menschliche Verständigung eine Informationsquelle (information source) hat. „Diese Quelle ist der Sender, der seine Nachricht (message) in Form eines Kodes über einen Kanal (transmitter) weitergibt“ (www.home.schule.at/teacher/froschauer/Doks/Shannon%20 &%20Weaver.doc [30.05.2008]).

2.2.1. Friedemann Schulz von Thuns Kommunikationsmodell

Friedemann Schulz von Thun hat ein Kommunikationsmodell geschaffen, der auf der Theorie des Kommunikationsquadrats  beruht. Nach Friedemann Schulz von Thun hat jede Nachricht 4 Seiten bzw. Ebenen, die man verstehen (realisieren) muss, damit die Kommunikation fehlerlos verläuft. Schulz von Thun verband 2 Theorien – von Watzlawick, dass jede Aussage sowohl einen Inhalts- als auch einen Beziehungsaspekt beinhaltet, und das Karl Bühlers Organon-Modell. Bühlers  behauptete, dass „jede Information etwas über die Sache, über den Sender und einen Appell an den Empfänger enthält.“

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Bild 6. Kommunikationsquadrat von Friedemann Schulz von Thun (www.de.academic.ru)

Aus dem Muster folgt, dass jede Nachricht aus 4 Seiten – Botschaften besteht:

1.      Sachebenejede Nachricht enthält in erster Linie eine Sachinformation; In der Sachseite kommuniziert der Sender die reinen Sachaussagen, informiert über Daten und Fakten.

2.      Beziehungsebenebei jeder Interaktion spielt auch die Beziehung zwischen  Gesprächspartner  eine Rolle. Auf der Beziehungsseite, wo Sender und Empfänger in der Beziehung zueinander stehen, bekommt die Nachricht einen zusätzlichen Inhalt.  Wenn man sich mit jemandem gut versteht, legt man nicht jedes Wort auf die Goldwaage, während man sich andererseits über das Lob eines weniger geschätzten Kollegen kaum freuen kann (www.hochschulkurs.de/vvacano.doc [20.01.2010]). Auf welche Art und Weise die Nachricht von dem Empfänger interpretiert wird, ist von der Beziehung abhängig. Der Adressat erspürt nämlich wie der Sender zu ihm steht, was er von ihm hält. Das zeigt sich oft mit Hilfen von nonverbaler Sprache wie z.B. Tonfall. Für diese Ebene der Information hat der Rezipient ein besonders empfindliches Ohr; weil er sich hier als Person in bestimmter Art behandelt (oder mißhandelt) fühlt. Allgemein gesagt: Eine Nachricht senden bedeutet auch immer zu dem Angesprochenen eine bestimmte Weise von Beziehung auszudrücken. Man kann die Beziehungsebene der Nachricht in zwei Arten betrachten. Einerseits geht aus der kommunizierten Botschaft hervor, was der Sender vom Empfänger hält. Anderseits bekommt man auch die Informationen darüber, wie der Sender die Beziehung zwischen sich und dem Gesprächspartner merkt (vgl. ebenda).

3.      Ausdrucksaspekt/Selbstoffenbarung Jede Botschaft verbirgt nicht nur Informationen über die mitgeteilten Sachinhalte, sondern auch Informationen über die Person des Senders. In jeder Nachricht steckt also ein Stück  Selbstkundgabe des Sprechers.  Die Selbstoffenbarung umfasst das, was der Sender durch die Übermittlung der Nachricht von sich zu erkennen gibt.   Die Botschaft sagt etwas über die Zwecke und bewusst oder nicht auch die Motive, Emotionen, Werte etc. des Senders aus. Viele Probleme der zwischenmenschlichen Kommunikation stehen  in Zusammenhang mit dieser Seite der Nachricht.

4.      Appellseite In der Appellebene will der Sender mit der Nachricht etwas bewirken, auf eine Weise den Empfänger beeinflussen. Der Appell enthält einen Wunsch oder Handlungsaufforderung, die Verhaltens- oder Einstellungsänderungen hervorrufen sollen. Der Versuch des Einflusses auf den Empfänger kann einen offenen, bewussten Charakter haben, oder nicht. Falls nicht – nennt man das Manipulation. Fast jede äußerte Nachricht hat ein konkretes Ziel. Das kann sowohl die Informationsgewinnung als auch Reaktion bzw. das Aufhören sein. Ein guter Manipulant kann auch die anderen drei Seiten der Nachricht wirksam nutzen.

Wenn Sach-, Selbstoffenbarungs‑ und Beziehungsseite auf die Wirkungsverbesserung der Appellseite ausgerichtet werden, werden sie funktionalisiert, d. h. spiegeln nicht wider, was ist, sondern werden zum Mittel der Zielerreichung. Der Appellaspekt ist vom Beziehungsaspekt zu unterscheiden, denn mit dem gleichen Appell können sich ganz unterschiedliche Beziehungsbotschaften verbinden. (www.hochschulkurs.de/vvacano.doc [21.01.2010])

Etliche Apellseite enthält auch Skripten. Ein Appell ist beispielweise:

Versuche, in kritischen (Kommunikations‑)Situationen, die leisen Selbstoffenbarungs‑, Beziehungs- und Appellbotschaften direkt anzusprechen bzw. zu erfragen, um auf diese Weise «quadratische Klarheit» zu erreichen! (www.hochschulkurs.de/vvacano.doc [21.01.2010])

Da es bei den Aphasiker wenige Möglichkeit sich zu kommunizieren gibt, wird die nonverbale Kommunikation  stark ausgeprägt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3.       Sprache und Denken

Sprache des Aphasikers ist ziemlich eigenartig. Im vorigen Kapitel wurde bereits geschrieben, wie der Sprachverlust verläuft, wie es zu den Störungen kommt und wie ihre Nachwirkungen aussehen. Man besprach auch die verbale Kommunikation, als den wichtigsten Teil zwischenmenschlicher Verständigung. Konzentrieren wir uns somit auf den Prozess des Spracherwerbs bei den Menschen, die die Sprachfähigkeit verloren haben - wie der „Wierdererwerb“ von Sprache verläuft. Um die Sprachentstehung beschreiben zu können, soll man zunächst den Begriff Sprache betrachten.

Was ist Sprache? Duden definiert die Sprache als „a) (historisch entstandenes u. sich entwickelndes) System von Zeichen u. Regeln, das einer Sprachgemeinschaft als Verständigungsmittel dient; Sprachsystem b) System von Zeichen (das der Kommunikation o. Ä. dient)“ (DUW 2003, CD-ROM). Wozu braucht man Sprache? Mit der Sprache können wir  „eigene Wünsche und Vorstellungen äußern, neues Wissen über die Welt erwerben und vor allem mit seinen Bezugspersonen kommunizieren“   (Hellrung 2002, S. 10).

In jeder Sprache gibt es 4 Schichten:

·        Das phonetisch-phonologische Subsystem (Phonetik ist „Wissenschaft von den sprachlichen Lauten, ihrer Art, Erzeugung u. Verwendung in der Kommunikation.“ (DUW 2003, CD-ROM) Phonologie beschäftigt sich mit Phonemen und „im Gegensatz zu Phonetik beschreibt die Phonologie die Laute als Bestandteile eines kontinuierlichen Sprachsignals nicht vollständig, sondern nur in Hinsicht auf ihre sprachliche Funktion.“ (DUDEN-Grammatik 2005, S. 32)

·        Das morphologische Subsystem (Morphologie beschäftigt sich mit verschiedenen Wortarten (Wortklassen), wie: Substantiv, Verb, Adjektiv, Artikel, Adverb, Präposition, Konjunktion, Pronomen, Zahlwörter und Interjektion)

·        Das syntaktische Subsystem (Syntax ist Satzlehre)

·        Das lexikalische Subsystem (Lexikologie befasst sich mit der Erforschung des Wortschatzes [z.B. mit der Struktur].)

Die Sprache wird vom Kind erst dann erworben, wenn es alle 4 Substrukturen des Systems beherrscht.

 Eine Voraussetzung für das Zustandekommen der Kommunikation ist die Beherrschung der selben Sprache. Ohne Sprechfähigkeit ist die verbale Kommunikation kaum möglich. Unter dem Begriff Sprechen ist Sprachlaute, Wörter hervorbringen, bilden zu verstehen (DUW 2003, CD-ROM). Die Lautbildung (Artikulation), die Atmung (Respiration) und die Stimmerzeugung (Phonation) sind die physiologische Basis des Sprechens.  Außerdem ist das verstehende Hören bei der mündlichen Kommunikation notwendig. Zu den Fähigkeiten, die für eine effektive verbale Kommunikation entwickelt werden müssen, gehören:

1.      Die Lokalisierung von Schallquellen

2.      Die Entschlüsselung von Lautzeichen

3.      Die Aufnahme von Schallintensität, Stimmklang und Schalldauer.

Alle Behinderungen der Hör-, Sprech oder Stimmorgane können erhebliche Kommunikationsstörungen hervorrufen (vgl. Lipczuk/ Mecner/ Westphal 1999, S. 206). Sprache und Sprechen spielen eine sehr wichtige Rolle bei der Kommunikation – ohne Sprachkenntnisse und Sprechfähigkeiten (Artikulation der einzelnen Laute) kann es zu den Störungen der verbalen Kommunikation kommen.

Schon Witold Jan Doroszewski (1963) schrieb, dass Lauten sicherlich im Kopf des Sprechers als Erinnerungen bestehen. Existenz der Erinnerungen ist jedoch direkt mit dem Verlauf eines Gespräches verbunden. Ein Prozess der Fähigkeit Sprache zu verwenden bedingt durch richtiges Funktionieren der gesunden Hirnstrukturen in der Ontogenese, aphasische Störungen dagegen treten im Moment ihrer Verletzung auf. Weiter – ein Kind, das die Sprache gewissermaßen tabula rasa lernt, erwirbt die Sprache nur im Kontakt mit dem Milieu, bei den Aphasikern jedoch ist die früher entwickelte Sprachfähigkeit, infolge der Funktionsstörung von Hirnstrukturen ungetrübt. Die Schwierigkeiten sind aber dank gleichzeitiger Wirkung des Ausgleichsmechanismus von der Sprache und den Kontakten mit dem Milieu in unterschiedlichem Ausmaß überwindet. Jedes Kind, unabhängig vom Milieu, in dem es sich entwickelt, erwirbt die Laute in ständiger, bestimmter Reihe, die im aphasischen Zerfall der Sprache einer Inversion unterliegt. Jacobson dachte, dass eine Regression ein Spiegelbild des Lauterwerbsprozesses vom Kind ist: die Reihenfolge ist hier  umgekehrt als im Sprachprozess des Kindes. Das bedeutet, dass die zuletzt eingeprägten Laute als erste verschwinden und die am frühesten im Gedächtnis festigte, halten sich am längsten.[8] Betrachten wir somit, wie der Spracherwerb bei den Kindern verläuft, angefangen von der postnatalen Periode. Wenn man berücksichtigt, dass die nächste Umgebung nach der Geburt des Babys seine Eltern sind, gibt es hier oft Verhalten bzw. Reaktionen des Kindes zur Mutter.

In den ersten Lebensmonaten, gleich nach der Geburt kommuniziert das Baby nonverbal – nur mit Hilfe von Schreien, Quieken, Weinen oder Mimik. Der Schrei und das Weinen sind nach Intensitätsgrad oder Modulation unterschiedlich. Anders klingt der Schrei, wenn das Kind Schmerzen, und anders, wenn es Hunger hat. Das Kind führt mit der Mutter einen spezifischen Dialog, der im Alter von 3 bis 4 Monaten beobachtet wird, in dem das Kind jedoch keine Wörter benutzt. In dieser Zeit spricht ein Kind nur die Gurgellaute, wie: g, gli, k, kli, tli. Manche zählen die Zeit zur ersten Lallphase, andere zur Melodieperiode, die  bis zum ersten Lebensjahr dauert. Diese Phase ist eigentlich bei allen Kindern auf allen Kontinenten zu beobachten, sogar bei tauben Kindern.. Die Artikulationsorgane bereiten sich in diesem Zeitraum zu der Aussprache verschiedener Laute, Töne vor.

Mit ca. 6. Monaten beginnt eine Lallphase (für einige Forscher die zweite Lallphase). Die meisten Kinder spielen in dieser Zeit oft mit den Verschluss- und Öffnungslauten. Schon bewusst artikulieren sie die ersten Silben wie: ma, ba, ta, da, pa… Später wiederholen sie ständig ganze Silben, aber noch ohne Bedeutung (ma-ma, ba-ba…).

So entstehen die sogenannten Silbenketten, die das einjährige Kind ausspricht. Aus den Silbenketten entstehen erste Wörter. In dieser Zeit entwickeln die Kinder neben dem Lautlernen die Fähigkeit der nonverbalen Kommunikation. Nach und nach verstehen die Kinder mehr und können sogar Anweisungen tun (vgl. Hellrung 2002, S. 15). Im ersten Lebensjahr lernt das Kind die Grundstrukturen der Sprache, d.h. es beherrscht nicht nur die Sprache, sondern versteht auch die Intentionen und Absichten des Gesprächspartners. Bevor das Kind einzelne Wörter versteht, liest es fehlerlos die Stimmung der sprechenden Person ab. Das betrifft auch schon erwachsene Aphasiker und die Satzmelodie, Töne oder  Tonhöhe spielen dabei eine wichtige Rolle, wenn man die Gefühle oder Intentionen des Redners interpretieren will. Es gibt ein Intonationsmuster, das für bestimmte Sätze charakteristisch ist und das Kindern bzw. Aphatikern bei der Ablesung der Absichten des Sprechers hilft. Die Intonationsmuster hat Gisela Szagun in ihrem Buch graphisch wie folgt dargestellt.

 

                      britisches                        amerikanisches                                             Deutsch                            Französisch                                Italienisch   

         Englisch                                 Englisch

skan7

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tabelle 1. Intonationsmuster für Vokalisierung, die Zustimmung, Verbot, Erregung der Aufmerksamkeit und Beruhigung ausdrücken (Szagun 1996, S. 189)

Die deutlichsten Konturen gibt es bei der Zustimmung, die zunächst ansteigend, dann abfallend sind, dennoch  allgemein einen hohen Frequenzbereich haben, Drücken die Menschen dagegen eine Warnung bzw. ein Verbot aus, ist die Frequenz niedrig und die Töne sind abrupt, staccato. Die  Intonationslinie steigt  zunächst leicht an, dann ist sie abfallend.  Um die Aufmerksamkeit zu erregen, sollen die Eltern mit  einer  steigenden Tonhöhe sprechen. Zur Beruhigung des Babys spricht man in einem eigenen Frequenzbereich mit  etwas fallender Intonation und in legato Töne. Dabei ist die Tonhöhe  niedrig. (vgl. Szagun 1996, S. 188)

Der Aphasiker weiβ genau, wie ein Baby, welchen Stimmumfang er verwenden soll, um die Ergebnisse zu erreichen, selbst bei der falschen Verwendung von Wörtern. Das  Muster beweist, dass das Kind noch keine Wörter kennt, es weiß jedoch, dass z.B. mit niedriger Stimme, die anfangs ansteigend, dann abfallend ist, etwas Schlechtes signalisiert wird (Der Erwachsene gibt ihm eine Warnung oder ein Verbot). Das Muster der Intonation und der Satzmelodie ist in verschiedenen Kulturen, wenn es um bestimmte Mitteilungen geht, annähernd gleich. Deshalb soll das Verstehen der Intention des Sprechers dem Aphasieker keine besonderen Schwierigkeiten tun.

Am Ende des ersten Lebensjahres versteht das Kind immer mehr Wörter, sein Wortschatz ist aber noch arm und das Kind ist noch nicht in der Lage, die Sätze selbst zu formulieren. Es beherrscht die Sprache in der passiven Form. In dem 18. Lebensmonat steigt der Wortschatz des Kindes bis zu 50 Wörtern.

Im Alter von 3 Jahren soll das Kind sprechen, jedoch das ist keine starre Norm.  In dieser Zeit verwendet es einfache Adjektive, Verben und Präpositionen.  Mit 4-5 Jahren ist die Sprache schon verständlich, die Kinder können ein Gespräch führen, nur längere Wörter machen weiterhin Schwierigkeiten.

Die Lautenentwicklung bei den Kindern beginnt mit etwa 6 Monaten. In der Zeit lernt es die Artikulation, die Aussprache der Laute sowie die Intonation. Im vierten und fünften Lebensmonat  spielt das Baby mit eigener Stimme und experimentiert mit seiner Zunge oder Lippen, z.B. mit der Lautstärke oder mit der Tonhöhe. Zunächst lernt das Kind die Laute, die vorn im Mund und den Lippen gebildet werden. Dann versucht es die Laute, die weiter hinten im Mund entstehen, zu artikulieren.

zeskkkkanonowanneDas Vokalviereck präsentiert die Klassifizierung der Vokale nach Artikulation in der Mundhöhle.

 

 

 

Bild 7. Artikulationsorgane mit Vokalviereck im Mund (DUDEN-Grammatik 2005, S.27)

Die Entstehung der Konsonanten kann man graphisch präsentieren. skan3

1.        Zwischen den Lippen: b, p, m

2.        Zwischen Unterlippe und oberen Schneidezähnen: f, w

3.        Zwischen Zungenspitze und Alveolardamm: s, n, d, t, l

4.     Zwischen Zungenmitte und Gaumen: sch, j, ch (Wie Milch)

5.     Zwischen Zungenrücken und hinterem Gaumen: g, k, ch (Wie Rauch)

6.     Zwischen Zungenrücken und Zäpfchen: r

7.     Im Kehlkopf:

Bild 8.  Die Bildungsstellen der Konsonanten (vgl. Hellrung 2002, S. 28)

Zusammenfassend kann man die Artikulation der Laute in einer Tabelle mit der Einteilung nach Artikulationsart und Artikulationszone  darstellen.

 

I.

(Lippen, Zähne)

II.

(Vorderzunge, Gaumen)

III.

(Hinterzunge, Gaumen)

Reibelaute (Frikative)

f / w,

z / s, ch / j, sch / g*

ch*, r

Verschlusslaute (Plosive)

p / b

t / d

k / g

Nasenlaute (Nasale)

 

N

n*

Sonstige Laute

 

L

 

 

 

 

g* wie in Genie                   ch  wie in ich                          n wie in Nase        

ch* wie in Dach           n* wie in Zange

Tabelle 2.  Tabelle zur Phonetik der Laute – Konsonanten (http://www.sprachheilberater.de/ Sprachentwicklung.htm [1.10.2007])

Anfangs werden die neu erworbenen Laute im An- und Auslaut eines Wortes gebraucht, bevor sie im Inlaut auftreten. Wie z.B. für geschlossenes langes e [e:] im eben und Tee  (also im An- und Auslaut) ist es leichter als im Wort Dresden (Inlaut) auszusprechen. Die Zwischenlaute und komplizierte Konsonantenverbindungen erlernt das Kind in der Regel als letzte Laute (vgl. http://www.sprach-heilberater.de/ Sprachentwicklung.htm [1.10.2007]).

Sukzessiv kontrolliert das Kind die artikulierten Laute sowie die Tonhöhe oder den Stimmklang. Nur im Verlauf von 20 - 32 Wochen nach der Geburt spielen die Babys mit den Lauten und prägen sie sich dadurch ein. Mit ca. 6 Monaten verbinden sie schon bewusst die Laute, so entstehen verschiedene Silbenketten wie: bababa. Auch Uta Hellrung schreibt darüber wie folgt:

Im fünften bis achten Monat produzieren Kinder Unmengen von Silben, so dass sich die Verbindungen aus Konsonanten und Vokalen festigen. Allmählich gewinnen die Kinder immer mehr Kontrolle über ihre Lautproduktionen. Tonhöhe, Lautstärke und Stimmklang entstehen jetzt nicht mehr zufällig, sondern werden immer kontrollierter eingesetzt (Hellrung 2002, S. 29).

Mit dem Alter erkennt und lernt das Kind einzelne Laute, um sie später leicht verwenden zu können.

Wenn man die Artikulation vom Standpunkt der einzelnen Laute in ganzen Wörtern oder Sätzen analysiert, beobachtet man, dass die meisten Drei- und Vierjährigen sowohl die vorne im Mund gebildeten Laute wie b, d, m, n.., als auch Konsonantenverbindungen wie: bl-, dn-, pf- aussprechen.  Die Laute g und k,  die schwieriger zu erlernen zu sein scheinen, werden weiter hinten im Mund gebildet und  oft durch d und t ersetzt. Die  >Zischlaute<  s und sch werden meist im fünften oder sechsten Lebensjahr, also am Ende der Lautentwicklung  erworben.

      Um die Muttersprache gut zu beherrschen, ist es wichtig, phonologische Regeln zu beachten. Das phonologische System einer Sprache sollte ein Kind prinzipiell mit etwa fünf Jahren in ausreichendem Maße erwerben, um alle Phoneme mit ihrer bedeutungsunterscheidenden Funktion entsprechend zu verwenden. Im fünfen und sechsen Lebensjahr sollte ein Kind sowohl alle Laute seiner Sprache bilden können, als auch die Regeln des Lautsystems völlig gewonnen haben  (ebenda).

Nach Jakobson erwerben alle Kinder die Laute in fester Reihenfolge, nur das Tempo des Spracherwerbs ist verschieden. Polnische Wissenschaftler bewiesen, dass es keine absolute Übereinstimmung mit der These von Jakobson gibt. Sie wiesen einen Unterschied in Bezug auf seine Daten nach. Es wurde darauf hingewiesen, dass – obwohl bei allen untersuchten Kindern erster Vokal ein „a“ war – es im Konsonantenbereich einige Diskrepanzen gab. Eine ausführliche Untersuchung der Chronologie der Lautentstehung findet man in der Arbeit von Maria Zarêbina. Sie schreibt, dass es im Bereich der Vokale folgende Reihenfolge gibt: [a], [i], [u], [e], [o], im Konsonantenbereich (polnischer Sprache) dagegen [d], [n], [m], [t], [b], [s’], [c’],  [p], [Ʒ], [ñ], [k], [x], [g], [l], [f], [z’], [v], [ḭ], [ṵ], [ṕ], [ḱ], [ḿ],[ḃ], [ģ], [ύ], [ḟ], [œ]. Sowohl die Naslen, als auch Koronale und Alveolare (auch [r]) erscheinen als letzte. ( vgl. Sadowska 1996)

P. Smoczyñski (1955) präsentiert in einer systematischen Art und Weise, wie Sadowska bemerkt, die Erscheinung nur von den ersten Lauten. Bei einem von beschriebenen Kindern sind das: [t], [a], [p], [s], [i], [m], [n], [ḭ], [k], [u], [l]; bei anderem jedoch: [t], [a], [k], [p], [m], [n], [l], [i], [u], [ḭ], [æ], [ḟ], [œ]. L. Kaczmarek stelle in der ersten Periode das Vorkommen aller Lippenlaute und Konsonanten fest: [k], [ḱ], [d], [n], [ñ], [m], [b], [s], [p], [ṕ], [ḭ], [t], [ṵ], [œ], [æ]. Aus den genannten Beispielen folgt, dass bei einem Kind die Laute [m], [a], [d], [e], [ḭ] als erste kamen, und bei dem Zweiten [m], [t], [a], [b]. Der Autor beobachtete, dass der Konsonant [r] erst nach Stabilisierung aller Laute erschien. Der Laut ist auch für Aphasiker problematisch, bei denen, nach Forschungen von Sadowska, die Unstetigkeit charakteristisch ist, d.h. der einmal richtig ausgesprochene Laut, kann fast sofort falsch erfüllt werden (und wird am häufigsten in [l] verwechselt) ( vgl. ebenda).

Wenn man sich weiter  auf die Forschungen von Sadowska einlässt: die am häufigsten richtig realisierten Laute bei den Patienten mit der Broca Aphasie sind: [m], [a], [u], [o], [e], [n]. Große Richtigkeit der Realisierung zeigen auch die Laute [i] und [n] auf. Die wenigste Ordnungsgemäßheit der Artikulation gibt es bei: [ǯ], [Ʒ], [Ʒ], [x]. Dieselbe Autorin weist mit Hilfe von einem Frequenzindex auf Regelmäßigkeit in der Konvergenz der von Aphasiker wiedergebenen Laute und ihr frühes Auftreten in der Kindersprache. Den Frequenzindex haben in der polnischen Sprache folgende Labiale: [a] – 9,8; [o] – 8,5; [u] – 3,1; [e] – 9,8; [i] – 3,9; [y] – 3,9; die größte Frequenz von Konsonanten zeigen: [m] – 3,4; [n] – 3,7; [ḭ] – 4,1; [ṵ] – 3,4; [p] – 3,4; [t] – 3,6; während es die niedrigste Indexe bei [ǯ] – 0,08, [x] – 0,02, [Ʒ] – 0,2; [Ʒ] – 0,8 gibt. Unter den Lauten mit höchstem  Frequenzindex gibt es auch solche, die das Kind am frühesten erwirbt und andere, deren Realisierung in der Aphasie sich durch die höchste Richtigkeit der Realisierung auszeichnet.

Die Laute, deren Realisierung in motorischer und auditiver Aphasie am schwierigsten ist,  haben die niedrigste Frequenz in der Sprache. Die selten in der Sprache gebrauchten Elemente sind  weniger automatisiert in der Sprache des Individuums. Aus diesem Grund haben die Aphasiker Schwierigkeiten mit bestimmten Lauten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4.    Leben mit Aphasie

Sehr große Bedeutung für die Behandlung der Aphasiker hat die frühe Rehabilitation. Unter dem Begriff Rehabilitation versteht man verschiedene nicht-pharmakologische Maßnahmen, die innerhalb der ersten Wochen nach dem ersten Symptom ergriffen werden.  In der Zeit versuchen verschiedene Physiotherapeuten, Logopäden und Psychologen sowie entsprechend ausgebildetes Personal der Abteilung zur schnellsten und möglichst vollen Heilung der Patienten mit Aphasie zu führen. Die Maßnahmen haben zum Ziel:

·        Das Erlangen einer maximalen motorischen Leistungsfähigkeit und einer Selbstständigkeit bei Aktivitäten des täglichen Lebens

·        Vorbeugung von Komplikationen durch Fixierung des Patienten

·        Risikobegrenzung zur Entstehung der pathologischen Bewegungsmustern

·        Das frühere Wiederbeleben der psychomotorischen Funktion

·        Verbesserung des Allgemeinbefindens des Patienten.

In der anfänglichen Periode nach der Hirnbeschädigung ist die Stimulierungs- und Vorwegnahme-Methode wichtig, die den Wiedererwerb aller Sprachfunktionen beschleunigen. Sachkundige Stimulation des Kranken zum Kommunikationsversuch und richtige Organisation seiner Aktivität beugen die psychogenen Veränderungen vor. Bei manchen Aphasikern sind die Sprachstörungen zu einem gewissen Grad spontan abgeklungen (innerhalb von 1-3 Monaten), ohne logopädische Therapie. Das passiert in Situationen, in denen außerhalb der permanenten Verletzungen des bestimmten Hirnareals auch vorübergehende Schäden auftreten z.B. Schwellungen, Kreislaufstörungen oder eine Senkung der Empfindlichkeit von den Nervenzellen und Synapsen.

Von Bedeutung sind in der Zeit die Behandlungsmethoden – besonders die Logopädie.  Die Therapie von Störungen der Sprache kann man erst dann einleiten, wenn akute Symptome der Krankheit, die die Aphasie hervorgerufen haben, abklingen. Die logopädischen Übungen beginnen, wenn der Patient seinen Blick auf den Logopäden ruhen lässt (konzentriert) und – auch wenn ohne größere Lust – den Kontakt aufnimmt, und sich für die Umgebung interessiert. Die Übungen sollen anfangs kurz sein (einige Minuten). Die Zeit der Rehabilitation (Reedukation) kann allmählich verlängert werden, aber  je nach dem Allgemeinbefinden der Kranken soll man kurze, ziemlich häufige Pausen zum Ausruhen machen.

In den weiteren Phasen können die Übungen bis zu 45 Minuten pro Tag bei einer Frequenz von 3-4 mal pro Woche oder sogar täglich verlaufen. Die therapeutischen Techniken werden je nach Art und Tiefe der Störungen ausgewählt und es wird eine  Kommunikationsart mit dem Patienten festgelegt. Die grundlegende Aufgabe in dieser Zeit ist es in dem Patienten die Fähigkeit zu bilden, dass er an ihn gerichteten Äußerungen (sogar global) versteht. Bei schwereren Aphasieformen ist die Hilfe des Sprachtherapeuten notwendig, die Reedukation (Rehabilitation) dauert 2-3 Jahre und länger. Es ist dabei durchaus möglich, dass die Sprache ihren früheren Zustand vereinfacht. Dabei können auch einige Verständigungsschwierigkeiten auftreten.

Nach umfassender Befunderhebung und -besprechung werden die entsprechenden individuell abgestimmten Therapiemaßnahmen eingeleitet:

·        Verbesserung von Wahrnehmung, Konzentration und Ausdauer

·        Verbesserung des Sprachverständnisses

·        Verbesserung der Sprachproduktion (Artikulation, Wortfindung, ...)

·        Verbesserung der Schriftsprache (Lesen und Schreiben)

·        Verbesserung der grammatikalischen Struktur

·        Erarbeiten von Umwegstrategien (Einsetzen von nicht-sprachlichen Signalen)

·        Angehörigenberatung

Das Ziel der logopädischen Therapie bei Patienten mit Aphasie ist die Verbesserung der Kommunikation. Hilfreich dabei ist eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit mit PhysiotherapeutInnen, ErgotherapeutInnen und NeuropsychologInnen. [Weiter dazu: http://www.meduni-graz.at/phoniatrie/images/content/file/information/aphasie.pdf]

Behandlungsmethoden

Logopädische Prozesse können von Anfang an durch Kinesio-, Pharmako- und Psychotherapie unterstützt werden. Logopädisches Verfahren hängt von vielen Faktoren ab:

·        klinische Diagnose;

·        Allgemeinzustand des Patienten;

·        Gesellschaftliche (soziale) Charakteristik des Patienten.

Notwendig sind die Anwendungen von verschiedenen Übungen, die die Sprache des Patienten stimulieren, sowie das Auftreten und die Auswirkungen der nachteiligen Veränderungen verhindern.

Bei der Anfangsphase der Therapie kommt direkte Methode zur Anwendung:

·        Lockerungsübungen (der Sprache) -  das Wesen der Sprachstörung ist die Blockade der Sprachfunktion. Das Ziel der Therapie ist die Erregung der automatisieren verbalen Aktivität, was in weiteren Stufen zur  Reaktivierung der gehemmten bzw. freien Verhalten (im Sinne der Sprache) führen soll.

·        Übungen zur Sprachstimulation – Sprachaktivität der Kranken ist mit dem Inhalt der Sprache verbunden, deshalb ist das Ziel der Therapie, psychische Bereitschaft und Motivation zum Sprechen in dem Patienten zu erwecken. Zu diesem Zwecke können verschiedene Kommunikationskanäle genutzt werden - Sprechen, Schreiben und Hobbys oder Kommunikationsbedürfnisse des Patienten.

Später sind das schon analytische Methoden, die zum Wiederaufbau  des Systems von der Sprachfunktion führen sollen. Die Therapiemethoden können allgemein geteilt werden:

·        Verbale Übungen;

·        Nonverbale Übungen (die in den Zeichen, Symbolen, Mimik, Gestik, Bilder zum Ausdruck kommen).

Für den Fall, dass die Sprache noch fehlt oder es enorme Anstrengungen für den Patienten erfordert, soll die nicht verbale Kommunikation entwickelt werden, die eine effektive Form der Kommunikation bietet und – noch wichtiger – die Frustration zu reduzieren und die Selbstsicherheit wiederherzustellen hilft. Die Patienten sollten zu einem vielseitigen Gespräch und zur Verwendung möglichst unterschiedlichen Kommunikationskanälen ermutigt werden, die eine Übermittlung von Gedanken, Gefühlen und Bedürfnissen ermöglichen. Der Patient entscheidet oft selbst über die Strategie sowie über die (für ihn effektivsten) Kommunikationsweise. Der Sprachtherapeut soll den Patienten (unabhängig vom Alter) unterstützen, auch eine geringste Anstrengung belohnen und seine unmittelbare Umgebung (Familie, Freunde), zur Zusammenarbeit ermuntern (vgl. http://www.gabinet-logopedyczny.com).

 

4.1. Soziale Probleme im Alltag und Bedeutung für Angehörige

Wie S. Henkel beobachtet treffend:

Aphasiker gehören leider immer noch zu Randgruppe in unseren Gesellschaft. Wie kann sich auch jemand Gehör und Aufmerksamkeit verschaffen, wenn er die Sprache (zum Teil) verloren hat? (vgl. aphasie.org). Beziehungen zu Angehörigen und Freunden verändern sich aufgrund der stark eingeschränkten Kommunikationsmöglichkeiten. Viele Menschen müssen nach Beginn der Aphasie enttäuscht feststellen, dass einige Freundschaften abkühlen oder ganz beendet sind. Freundschaften hängen stark vom Gebrauch der Sprache ab, besonders in Form von intensiven Gesprächen. Freunde scherzen, plaudern, diskutieren und geben Ratschläge, Durch Konfrontation mit der Sprachstörung, wissen viele Freunde nicht, wie sie damit umgehen sollen. Die Beziehungen werden stark belastet und brechen im schlimmsten Fall auseinander (vgl. Parr et al 1999, S. 72). Durch die Erkrankung entsteht ein stärkeres Abhängigkeitsverhältnis, was wiederum eine Änderung der Rollenverteilung innerhalb der Familie bewirkt. Auch die Aufrechterhaltung sozialer Kontakte ist enorm erschwert, da die Kommunikation mit weniger vertrauten Zuhörern viel stärker eingeschränkt ist als bei vertrauen Personen. Und dies führt leider viel zu oft zur Isolierung und Vereinsamung des Aphasikers, der zudem meist auch keine Bücher oder Zeitungen mehr lesen kann und Radio- sowie Fernsehsendungen mit teilweise versteht. Das Verhältnis zur Welt und die Verbindung zu den Mitmenschen zerbrechen. Eine Welt, die mit Worten erfassbar und beschreibbar ist geht verloren. Psychische Veränderungen mit depressiver Symptomatik, Ängsten und Aggressionen sind deshalb häufig beobachtbar. Nur die Sprache ist gestört und trotzdem werden Aphasiker nicht selten als verwirrt eingestuft und fälschlicherweise in eine Psychiatrie eingewiesen (vgl. Mezger) (Henkel S. 11).

S. Henkel stellte kurz die sozialen Probleme der Aphasiker im Alltag dar. Das ist für jeden Kranken eine schwierige Situation. Nach der Behandlung im Krankenhaus kommt der Patient nach Hause zurück. Er hat Probleme mit freier Bewegung und Sprache. Wenn der Aphasiker allein zu Hause bleibt, kann es für ihn zu große Herausforderung sein. Zuvor war er ein aktiver Mensch, kontaktfreudig, unabhängig. Das Bewusstsein der Einschränkungen verursachen Wut, Trauer, Schmerz und ein Gefühl der Hilflosigkeit, was in der Regel zur Depression führt. Der Mensch schließt sich zu Hause ein, fühlt sich einsam und überflüssig. Manchmal wird er süchtig. Der Aphasiker kann häufig seine bisherigen beruflichen und sozialen Aktivitäten nicht erfüllen. Folglich verschlimmert sich die finanzielle Situation seiner Familie, weil die Möglichkeit der Erwerbsfähigkeit bei einem Patienten mit Lähmungen und Sprachstörungen begrenzt ist. Gleiche Meinung repräsentiert auch Dr. med. Hans Peter Rentsch, der schreibt:

Stark betroffen ist weiter die Domäne der „bedeutenden Lebensbereiche”. Der Betroffene kann keiner Lohnarbeit mehr nachgehen und er hat Mühe, sein Einkommen für den Lebensunterhalt zu erwirtschaften. Auf der Ebene des „gemeinschaftlichen, sozialen und staatsbürgerlichen Lebens” liegen seine Einschränkungen bieden Freizeitaktivitäten der bei der Teilnahme an staatspolitischen Tätigkeiten, wie der Ausübung des Stimm- und Wahlrechts. Die umfassende Betrachtungsweise der Aphasieproblematik hat Auswirkungen auf die Apahsiediagnostik und die Sprachrehabilitation (Tabelle 2.)

Talbelle 2. Betrachtungsweise der Aphasieproblematik nach Dr. med. H. P. Rentsch

Körperfunktionen

Aktivitäten

Partizipation

 

Kontextfaktoren

 

Sprachsystemisches

Assessment

Evaluation der

Verständigungs-fähigkeit

Evaluation der kommunikativen

Selbstständigkeit

Evaluation der persönlichen

Voraussetzungen

und Umgebungsbedingungen

Expressive

Funktionen

 

Rezeptive

Funktionen

Informationsaus-tausch

zwischen

dem Betroffenen

und

Gesprächspartnern

Selbstständigkeit in

der alltäglichen

Handlungsfähigkeit

 

Berufliche

Integration

Unterstützende

Kontextfunktionen

(Ressourcen)

Hemmende Kontextfaktore

Ziele der sprachtherapeutischen Interventionen

Beseitigung oder

Reduktion der

Sprachschädigung

Verminderung der

Sprachkommunika-tiven

Einschränkung

 

Kompensation der

verbal kommunikativen

Aktivitätsstörungen

Verbesserung der

psychosozialen

Situation

 

Nutzung der

Ressourcen

 

 

Verminderung der

Wirkung der negativen

Kontextfaktoren

Therapeutische Interventionen

Sprachsystemisch

ausgerichtete

Therapie

Psycholinguistisch-kommunikativ orientierte Sprachrehabilitation

 

Förderung stark sprachabhängiger Aktivitäten Beraterisch und psychologisch orientierte Sprachrehabilitation

http://www.klinik-am-stein.de/fileadmin/Daten/KAS/mittendrin/0601/01_schwerpunktthema.pdf [9.04.2010]

 

Dr. med. H. P. Rentsch hat das Problem unter den Aspekten von Körperfunktionen, Aktivitäten, Partizipation und Kontextfaktoren untersucht und sich auch auf Ziele der sprachtherapeutischen Interventionen und therapeutische Interventionen konzentriert. Unter den Aspekten wird nochmals beschrieben, wie z.B. die Körperfunktionen sich auf die Aktivitäten, Partizipation und Kontextfaktoren auswirkt. Auch bei den Zielen der sprachtherapeutischen Interventionen wird dies angewandt. Außer bei den therapeutischen Interventionen wo dies nicht explizit unterteilt wird. Diese systematische Betrachtungsweise erweitert den sprachterapeutischen Aufgabenbereich. Die Therapeuten haben nicht nur die Aphasie zu therapieren, sondern vielmehr müssen sie den aphasischen Menschen in bestimmten Bereichen unterstützen. In dem Sinne ist es eine Entwicklung weg von der reinen Sprachtherapie zur Sprachrehabilitation.

 

4.2. Der Umgang mit Aphasiker

Zu den wichtigsten Fragen des Unterkapitels gehören:

·        Wie soll man mit den Kranken umgehen?

·        Wie kann der Durchschnittsmensch den Aphasikern helfen?

·        Was können die Angehörigen machen, um den Betroffenen richtige Bedingungen zu sichern?

·        Worauf soll man achten, um den Patienten bei den Übungen nicht zu demotivieren? etc.

Der Aphasiker ist ein Kranker, bei dem man ständige oder nachhaltige Verringerung von Leistungsfähigkeit feststellt, die das normale Funktionieren des Organismus im bisherigen Umfeld behindert. Infolge der Krankheit entsteht eine neue, objektive Situation, die schwierig sowohl für den Kranken als auch für sein Milieu ist. Bei Patienten mit Aphasie kann man auch Änderungen in den emotionalen Prozessen beobachten: Depression mit selbstmörderischen Gedanken und erhebliche Instabilität von Gefühlen  (Übergang vom Zustand der verstärkten Aufregung bis zur Weinerlichkeit), starke Angst um seine Gesundheit und Möglichkeiten (Fähigkeiten), oft gibt es auch das Gefahrgefühl. Eine sehr wichtige Rolle in diesem Moment sollte die Umwelt und besonders die Familie spielen. Die Betroffenen nehmen oft eine ablehnende  Haltung ein oder unterschätzen ihre Schwierigkeiten in der Kommunikation, sie denken, dass die Bewegungsleistungsfähigkeit viel wichtiger ist (dann ist er nicht länger eine Last für die Familie). Aus diesem Grund sehen sie die Notwendigkeit der Sprachtherapie nicht und nehmen nur ungern eine Zusammenarbeit mit dem Therapeuten auf. Bei den Angehörigen erscheint Gleichgültigkeit gegenüber den positiven Auswirkungen der Therapie, Mangel an Vertrauen in die Wirksamkeit der Rehabilitation, Ungeduld, Hervorhebung der Ermüdung von Patientenversorgung. Solche Situationen demotivieren den Patienten zu Übungen. Man soll an Geisteszustand des Kranken denken, bei dem – wegen der langfristigen Unfähigkeit zu Kontakten mit der Umwelt – die Entmutigung und sogar Depression auftreten können. Die Aphasiker sind sich der Körperbehinderung bewusst und sind empfindlich auf die Reaktionen der Umwelt. Viel Fingerspitzengefühl und Geduld sind für den Betroffenen sowohl von Therapeuten als auch von unmittelbarer Umgebung unerlässlich. Um die Müdigkeit oder Übertraining zu vermeiden, ist es viel besser, eine Pause in der Therapie zu machen, anstatt den Patienten (zu) eilen und ihn dadurch zu entmutigen oder den Rückzug aus der Kommunikation zu verursachen (http://logopeda.elblag.pl/zycie_z_afazja.html).

Die Verwandten sollten Ihren Arzt fragen, wie man mit dieser Person kommuniziert. Die Angehörigen, gaben folgende Hinweise, wie man den Aphasiker behandeln soll:

·        Manchmal reicht es ihnen keine Möglichkeit zu geben, sich zu isolieren.

·        Man soll sie besuchen und mit ihnen sprechen,

·        Man muss etwas Geduld für die Kranken haben, weil sie mehr Zeit als wir brauchen, um ihre Aussage zu formulieren.

·        Aphasiker sind weinerlich, sie werden schnell gerührt – normales, vergängliches Verhalten kann aber  für die Kranken sehr peinlich sein.

·        Es lohnt sich Zeit zu finden, um zusammen mit dem Kranken einen Spaziergang oder Einkäufe zu machen, eine Zeitung oder ein Lieblingsbuch vorzulesen.

·        Wichtig ist es mit dem Aphasiker, über für ihn wichtige Themen zu reden. Über seine Interessen, die jetzt nicht mit ehemaliger Leichtigkeit realisiert werden können.

·         Den Kranken zu täglichen Aktivitäten einführen, um die Person so selbstständig wie möglich zu machen, gemeinsam kochen, sich kleiden helfen, sich um Haus oder Garten sorgen.

·        Wichtig ist auch, dass sich der kranke Mensch trotz seiner Behinderung, lebendig und notwendig fühlt. Man sollte sich um seine Genesung kümmern, aber ihm nicht die Untätigkeit bieten oder vorschlagen.

·        Frag ihn um Rat! Ansonsten könnte er sich ganz unnötig fühlen und wie jeder gesunde Mensch seine Lebenslust verlieren. Diese muss er spüren um eine Motivation zur Rehabilitation haben, und sogar einer Rückkehr in das Berufsleben zu haben. Da der Heilungsprozess weitgehend von dem emotionalen, psychischen Zustand des Menschen abhängt, ist das ziemlich schwierig und immer eine Herausforderung für die Familie oder Freunde.

 

Katarzyna Horeczy-Grunau, die Logopädin, mit der ich ein Interview gemacht habe, gab mir auch einige Hinweise: „Eine sehr wichtige Sache ist der Umgang mit den Patienten mit Aphasie – sowohl durch die Therapeuten, als auch durch Familie. Auf der Ebene kann man prinzipiell zwei Fehler machen. Der Erste besteht in der Behandlung des Aphasikers als einen schwer kranken Menschen, um den man sich in jeder Situation kümmern muss oder ihm bei Allem aushelfen soll. Auch das Aushelfen bei jeder Beschäftigung und die Abgrenzung von Situationen, mit denen der Aphasiker nicht zurechtkommen konnte, also die Abgrenzung von der umgebenden Welt und übertriebene Sorgsamkeit. Folge eines solchen Verhaltens ist ein Zustand, in dem der Patient mit Aphasie in jeder Situation Hilfe erwartet, bevor er sich selbst die Mühe macht, etwas allein (im Alltag) zu tun. Der zweite grundlegende Fehler ist eine Auffassung der Aphasiker als geistig behinderter Menschen. Es ist bekannt, dass ein Patient mit Aphasie sich nicht so fröhlich und kommunikativ wie ein völlig gesunder Mensch verhalten kann. Er ist in der Tat durch den Defekt so schwer betroffen, da ihm die grundlegenden Menschenrechte zur verbalen Kommunikationsfähigkeit entzogen wurden. Dem Aphasiker, wie jeder Person, die von Behinderung betroffen ist, ist bewusst, dass er krank ist – was bedeutet, dass er auch die Kritikfähigkeit bewahrt. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass sein Verhalten oft schwierig für die anderen ist, weil prinzipiell der wichtigste Weg – in dem Menschen ihre Bedingungen und Bedürfnisse mitteilen – die Sprache ist, die aber in diesem Fall, behindert wurde. Dies führt oft zu einem Missverhältnis zwischen dem Patienten und dem Umfeld, das aus Unverständnis des Kranken besteht, was wiederum eine Gereiztheit hervorruft. Die Diskrepanz kann den Patienten von der Umgebung absondern oder das Verschließen verursachen. Gefühl der Ungerechtigkeit und Einsamkeit kann im Laufe der Zeit so vertieft werden, dass der Patient eine negative Einstellung gegenüber der Umwelt, die er nicht versteht und gegenüber den Übungen einnimmt. Den Aphasiker sollte man als einen normalen Menschen behandeln, der ein äußeres und ein inneres Leben und Bedürfnisse hat, die er aber nur nicht verbal äußern kann. Dies erfordert natürlich von Angehörigen z.B. Taktgefühl, Geduld und Nachsicht. Ein wichtiges Element im Umgang mit Aphasiker ist eine angemessene Haltung des Rehabilitierten. Der Umgang mit Aphasiker ist schwierig, weil es außer didaktischen Fähigkeiten (Lehren) auch zusätzliche Hilfe erfordert. Nämlich Herstellung des Kontaktes mit Hilfe erwartenden und oft misstrauischen Patienten.

Der Versuch ihn zu der Wirksamkeit und Angemessenheit der Rehabilitationsmethoden insbesondere bei langsamer Wirkung zu überzeugen, ist sicherlich eine Sache, die ein besonderes Taktgefühl fordert. Der Rehabilitierte sollte richtig zu Übungen ermuntert werden, versuchen sie möglichst kein „steifen Unterricht“ sondern in der Art des lockeren Gesprächs, während dessen der Therapeut eher ein Kollege als Lehrer ist. Die Laufzeit der Unterrichte muss individuell angepasst werden, abhängig von der Arbeitsproduktivität des Patienten. Das Optimum ist es, zweimal täglich Einzelunterricht mit einer Stunde (morgens und nachmittags) durchzuführen.[9]

Auf verschiedenen Webseiten, die der Aphasie und den Aphasikern gewidmet sind, kann man unterschiedliche Informationen und Ratschläge finden. Auf einer Seite gibt es z.B. die Frage: „Was können Betroffene und Angehörige selbst machen?“ und es werden auch einige Hinweise dazu gegeben. Folgendes kann man darüber lesen:

In der täglichen Verständigung mit von Aphasie betroffenen Personen hilft es oft, wenn man folgendes Beachtet:

 

4.3.         Untersuchungen

 

Um das Thema tiefer zu betrachten, besuchte ich ein Rehabilitierungszentrum in Z³otów, wo sich unterschiedliche Patienten aus dem ganzen Polen oder auch Europa behandeln lassen. Die von mir untersuchten Fälle, leiden an der Aphasie. Nur muss man hinzufügen, dass sich die isolierte reine Aphasie sehr selten fügte. Bei den untersuchten Patienten ist es schwer zu sagen, dass die einen eine Broca Aphasie und die Anderen die amnestische Aphasie haben, es gibt am häufigsten die Globale Aphasie, weil infolge der erlittenen Gehirnverletzungen größere Arealen gestört werden. Die Behinderung betrifft auch die Bewegungsstörungen.

Ich hatte leider keine Möglichkeit den Patienten in der Hinsicht auf den Zeitraum zwischen dem Unfall und dem Jetzt zu untersuchen. Mein Kriterium war hauptsächlich das Alter des Patienten, nämlich zwischen dem 18. und dem 30. Lebensjahr.

Meine Umfrage besteht aus 3 Hauptteilen: Sprache und Kommunikation; soziale Probleme und Familie.

Aus dem ersten Teil, durch Gespräche mit den Angehörigen, habe ich erfahren:

·  Bis zu welchem Grad ist die Sprache verloren?

· In welcher Reihenfolge schreitet das Lautlernen fort?

· Wie sieht die Kommunikation aus?

Im zweiten Teil mit den sozialen Problemen, informierten mich die Verwandten des Patienten über folgende Sachen:

· Was kann der Betroffene machen (Motorik)?

· Wie beurteilen ihn die Anderen? Wie benehmen sich andere Personen in seiner Begleitung?

· Wie soll man mit dem Aphasiker umgehen?

Der dritte Teil betrifft den engsten Familienkreis und beinhaltet folgende Fragen:

· Welchen Einfluss hat der Unfall aufs ihr Leben? Was hat sich geändert und was bleibt beständig?

· Wie war es damals und wie schätzt der Angehörige heute sein Befinden und seine Laune ein?

· Wie sieht das Leben mit dem Aphasiker aus?

Bevor ich die Umfrage durchführte, habe ich natürlich ein Interview über das Alter des Patienten, Grund und Zeitraum des Hirntraumas gemacht. Ich muss aber auch betonen, dass nicht alle Befragten über ihre Privatsphäre erzählen wollten, deshalb sind die beschriebenen Untersuchungen bei einigen Betroffenen weniger ausführlich.[10]

Adrian N. ist 18 Jahre alt. Als er 8 war, erlitt er infolge eines Autounfalls eine multifokale Hirnkontusion und eine Verletzung des Gehirnmarks. Durch das Lernen der Mundbewegung und der Mundverlegung erlangt er langsam seinen Spracherwerb zurück. Zuerst konnte er fast keine Laute bewusst aussprechen, deshalb hat sich die nonverbale Kommunikation geprägt. Adrian hat mit den Augen geblinzelt, um zu signalisieren, dass er etwas braucht. Die sprachliche Kommunikation war einfach nicht möglich. Allmählich hat er die ersten Vokale wie: [a] und [e] ausgesprochen. Mit dem Zeitverlauf konnte er auch Silben bilden und bis heute formuliert er die Sätze mit einer Silbenaufteilung. Der Patient hat jetzt noch große Schwierigkeiten mit der Aussprache von polnischen Diphthongen, wie: [sz] (sch) und [cz] (tsch). Er versucht jetzt auch eine Fremdsprache zu erlernen, weil er vor dem Unfall sehr gut Englisch konnte. Adrian ist misstrauisch, deshalb wollte er mit mir nicht reden. Jedoch hörte er das ganze Gespräch zu und kommentierte manchmal.

Radek K. hatte vor 6 Jahren einen Unfall, als er 11 war. Die Ärzte stellten ein Schädel-Hirn-Trauma und eine spastische Lähmung aller Extremitäten fest. So wie bei vielen betroffenen Patienten wurde den Angehörigen gesagt, dass Radek seine Umwelt nicht direkt wahrnehmen kann und somit pflegebedürftig sein wird. Nach dem Erwachen aus dem Koma konnte er sich nicht bewegen und nichts sagen. Anfangs hat er nur mit Hilfe von seinen Augen kommunizieren können, weil die verbale Kommunikation völlig unmöglich war. Zwinkert er einmal mit den Augen – ist er mit etwas einverstanden, zweimal bedeutet schon die Verneinung. Die Begeisterung der Familie erlaubt, sich nicht zu ergeben und vor der Krankheit zu kapitulieren. Damit Radek schon wissentlich [a] sprechen kann, hat man mehr als ein Jahr trainiert. Zurzeit ist er im Stande BA-BA, MA-MA, NO auszusprechen, also die Silben die mit ca. 6. Monaten bei den Kindern beginnen (die sogenannte Lallphase). Diese 2 Fälle bestätigen auch die Untersuchungen von Sadowska (mit Frequenzindex, S. 28-29). Nach Jahren der mühsamen Rehabilitation und Turnübungen sieht man Fortschritte, Radek versucht zu schreiben und sogar laufen.

Joanna C., eine 30-jährige Frau, die vor 10 Jahren eine Verletzung des Gehirnmarkes und eine Lähmung aller vier Extremitäten erlitt. Wenn es um Sprache und Kommunikation geht, kann die Patientin schon alles verstehen was man zu ihr sagt. Sie kann auch richtige Sätze bilden, obwohl ihre Aussprache noch nicht so gut ist und man Schwierigkeiten mit dem Verständnis haben kann. Ich muss aber auch anmerken, dass Joanna die Sprache nach dem Unfall nicht ganz verloren hat, deswegen ist der Spracherwerb schneller und einfacher als bei den vorigen zwei Fällen. Bei ihr gab es, zum Teil sehr starke, Amnestische Aphasie, deshalb musste sie die Bedeutungen von Wörtern und bestimmten Sachen lernen. Das Lernen dauerte 5 Jahre, bevor sie wieder ziemlich gut sprechen konnte. In dieser Zeit bedingte sie sich besonders mit der Appellseite der Kommunikation - sie will mit ihrer Nachricht, obwohl sie oft noch nicht ganz verständlich was, etwas bewirken, auf eine Weise den Empfänger beeinflussen.

Ihr Unterricht des Spracherwerbs bestand zunächst darin, dass die Patientin ein Foto zeigen muss, dass ihr vorher ein „Lehrer“ beschrieben hat. Die von Logopäden empfohlene Übung, sollte die wiederholten Sachen ins Gedächtnis einprägen, bevor der Betroffene das Wort ausspricht. Damals sprach Joanna nur die aus der Kindheit gemerkte Wörter wie: „Mama“, „Tata“. Ihre Mutter erzählte mir, dass ihre Tochter erst nach fünf Jahren normal gesprochen habe, bis sie sie normal verstehen konnten. Seit zehn Jahren geht sie auch zu einem speziellen Rehabilitationszentrum. Dort lernt sie noch sowohl die Artikulation von bestimmten Lauten, als auch Bedeutungen von Wörtern.

Die Patientin kann sich bei der Rehabilitation auf das Sprechen konzentrieren, weil ihre Bewegungsmöglichkeiten ziemlich gut sind. Sie kann Rad fahren, schreiben und auf dem Lauflerngerät spazieren. Sie leidet zwar an Ungleichgewicht und kann nur einige Minuten selbständig stehen, aber das ist für die Angehörigen und Joanna nicht ein so großes Problem wie ihre Sprachstörungen. Die geistige Leistungsfähigkeit im Rahmen von Rechnen oder Lesen sind gut. Auch die Patientin selber ist mit den Fortschritten zufrieden. Sie versucht zu leben wie ein normaler, gesunder Mensch z.B. Sie geht ins Kino oder besucht ein Restaurant. Ihre Eltern sind berufstätig, deshalb bleibt sie meistens für ca. 8 Stunden allein zu Hause.

Der Unfall hat eine große Bedeutung für die Familie. Es gab besonders emotionelle Schwierigkeiten. Die Mutter von Joanna hatte Depression und wollte nicht mehr weiter leben. Der Vater akzeptierte die Tochter in dem Zustand nicht und wollte nicht helfen. Joanna wollte keinen Nervenzusammenbruch der Eltern, sie war und ist voll von Optimismus. In meinem Beisein hat Joanna zur Mutter gesagt,  dass sie auf die Eltern aufpassen muss und sie sich nicht unterkriegen sollten. Auf meine Frage, wie das Leben mit Ihnen aussieht? Antwortete sie, dass es wunderlich ist  und dass sie viel verlangt.

Marek wurde im Alter von 25 Jahren von einem Auto angefahren. Der Unfall ereignete sich zu Beginn des letzten Jahres. Die medizinische Diagnose war: Paralyse des Gehirns und des Körpers. Die Sprache war völlig verloren. Nur die nonverbale Kommunikation war möglich. Heute kann der Patient jedoch „ma-ma“ sagen und einige Wörter die nur für ihn und seine Angehörigen verständlich sind. Shannon und Weaver würden hier ihre Theorie bestätigen, dass der Sender (Marek) – die Empfänger (Mareks Angehörigen) denselben Code kennen sollen. Der Patient verschlüsselt seine Nachricht, so dass die Entschlüsselung fehlerlos bei der Familie verläuft. Anfangs jedoch verständigen sich Mareks Eltern hauptsächlich nonverbal mit ihm, obwohl er manchmal zeigt, dass er z.B. nach draußen gehen will. Der Patient kann auch rufen, wenn niemand da ist, um ihm zu helfen. Im Rehabilitationszentrum, wo ich Marek mit seinem Vater getroffen habe, sind sie schon das vierte Mal. Hier trainiert er vor allem seine Motorik, dank deren er schon selbstständig trinken und essen kann.

Marek mag in Begleitung sein und schaltet sich gerne in die Diskussion mit ein, obgleich seine Wörter schwer zu verstehen sind. In Hinsicht darauf, dass er sich am besten in der schon bekannten Gegend fühlt, daher er sein Haus nur widerwillig. Um sich mehr um Marek kümmern zu können, müssten die Eltern auf ihre Arbeit verzichten. Er bedarf ständige, ganztägige Pflege. Er wiegt über 100 Kilo, deshalb sollten ständig 2 Personen dabei sein. Der Vater wollte nicht viel sagen. Auf die Frage nach seinem Befinden, antwortete er nur, dass es schwierig war. Heute freuen sich die Angehörigen, dass Marek Fortschritte macht.

Das Beispiel von Paula R., die im Alter von 13 umgefahren wurde, ist meiner Meinung nach das dramatischste. Vor 6 Jahren, als Folge eines Schädelbruchs und Schwellung des Gehirns, hat man fast die ganze linke Hemisphäre operativ entfernt. Die Ärzte haben Multiorgan Schädel-Hirn-Trauma festgestellt. Einen großen Einfluss, auf die Entwicklung der Krankheit hat auch die Tatsache, dass Paula ca. 9 Monate in Koma war. Sie hat die Sprachfähigkeit völlig verloren. Die verlorene Fähigkeit kann aber, nach Meinung der Ärzte, gewissermaßen von der rechten gesunden Hemisphäre übernommen werden. „Manchmal dachte ich, dass sie mich „Mama“ ruft. Es was aber nur eine Einbildung – wenn ich sie um Wiederholung bat, konnte sie das nicht mehr aussprechen. Jetzt wissen wir, dass Paula eher nie die Wörter oder Befehle bewusst sagt, wie dass früher war, aber wir können jetzt mit ihr problemlos kommunizieren. Zum Glück versteht sie alles was wir sagen und kann verschiedene Anweisungen machen, hat mir Paulas Mutter erzählt. Die Kommunikation mit Paula ist ziemlich einfach. Wenn sie mit etwas einverstanden ist – lacht sie, ist fröhlich und wenn ihr etwas nicht gefällt oder will sie das nicht machen, dann ist sie verärgert oder kann sogar einen Schrei ausstoßen. Große Rolle spielen die Pfleger, die die Fragen stellen müssen. Die Verständigung mit Paula fand sich auf der sensorisch-motorischen Ebene. Die Familie hat auf folgende Übungen hingewiesen, die bei dem Wiedererb von Sprache geholfen haben:

·  Makaton. Mit Gesten kann man zeigen, was man machen will, welche Bedürfnisse man hat (Bild 9.).

 

 

(Der Vogel)             (trinken)           (Die Mutter)        (Nein)                 (Ich, mich)

 

 

(Der Baum)          (kalt)        ( (nach) oben)    (Das Auto)      (Entschuldigung)

 

 

(Ich warte)        (ich bin glücklich)    (ich vergesse nicht)            (Das Ende)

Bild 9. Makaton ist die Lehre von Gesten. Hier gibt es einige Bilder mit den Ausdrücken von Substantiven oder Zustand. (http://sosw.oeiizk.waw.pl/gimnazjum/prak_ped/plan1/metody_pliki/metody_kom.htm)

 

· JA – NEIN; Paula muss auf richtige Kärtchen, mit der Antwort „ja“ oder „nein“ hinweisen. Zunächst mit den Augen, später mit der Hand.

·  Texte mit Lockerungsübungen, dass sind Texte, die die Sprache lockern und die man in der Kindheit auswendig gelernt hat. Dazu gehören: das Gebet, die Aufzählung, die Wochentage, ein Lieblingslied, ein Kinderreim.

·  Bildtafeln; Dazu gehören Piktogramme, PCS[11] (Bild 10) und andere Bilder oder Fotos

pcs

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild 10. Picture Communication Symbols (PCS) ist das am weitesten verbreitete System in der Welt der Symbole. Beispiel. (http://www.do2learn.com/picturecards/printcards/coloring/large.htm#)

·  Das Kommunikationsheft; Eine Art von Ordner, der ähnlich wie Bildtafeln funktioniert. Das Heft kann thematisch geteilt werden, z.B. Bedürfnisse, Freizeit etc.

· Hörtest; Paula musste erkennen, was sie gerade gehört hat und das entsprechende Bild zeigen, z.B. mit Trompete und Trommel.

Beim Farbenlernen musste Paula die verschiedenfarbigen Bällchen in die richtige Schüsseln trennen, z.B. die gelben Bällchen zu der gelben Schüssel. Anfangs waren das nur schwarze und weiße Farben. Später, wie mit jeder Übung, wurde der Schwierigkeitsgrad erhöht.

Wenn es um Paulas Motorik geht, ist sie schon im Stande die Gabel oder den Löffel zu halten. Das selbständige Essen macht ihr jedoch immer noch Mühe. Sie kann trinken, aber nur aus der Flasche. Obwohl das Anziehen für sie schwierig ist, erlernt sie schon wie der Reißverschluss funktioniert. Gesellschaftliche Kontakte wurden leider nach dem Unfall abgebrochen. Sie fühlt sich am besten zu Hause und ihr widerstrebt es ins Kino oder in ein Restaurant zu gehen. Die Patientin weiß, dass die Gespräche mit ihr für einen Fremden ziemlich kompliziert sind. Wie ihre Mutter bemerkt, dass der häufigste Fehler ist mit Paula über Paula zu sprechen. Sie ist da, neben ihnen und versteht alles, nur dass sie nicht so gut sprechen kann. Für sie ist es unkultiviert, aber sie versteht es, dass es schwierig ist sich zurückzuhalten. Dabei ertappt sich die Mutter selbst. Vor allem, wie betont der Großvater von Paula, muss man sie als einen Mensch behandeln, mit Ehre, nicht wie eine Sache, unpersönlich. Es gibt Schwierigkeiten bei der Behandlung der kranken Person entsprechend ihres Alters. Man soll mit dem 20-jährigen Patienten, wie mit einem anderen in seinem Alter und nicht wie mit 12- jährigem Kind sprechen. Trotz des Wissens habe ich auch Probleme damit.

Die Analyse von Paula beendete ich mit den Worten von ihrer Mutter: „mit dem Autounfall am 18. März 2004 hat sich alles verändert. Paula ist nicht dieselbe Person wie früher, wir sind jetzt auch anders. Jetzt ist nicht nur Paula krank, sondern das ganze Haus. Das betriff uns alle und wir alle müssen noch viel lernen.“

Dorota P. ist ein Ausnahmefall, wenn man sie mit den anderen Fällen vergleicht. Weil alle Informationen, die in der Untersuchung inbegriffen sind, ich nur von der Patientin bekam. Ich war mir bewusst, dass es keine Möglichkeiten gab sich mit der Familie zu beraten, daher kann ich mir nicht ganz ein objektives Bild kreieren. Ich finde jedoch den Fall von Frau Dorota P. interessant und versuche auch kritisch auf einige Antworten zu schauen. Die Patientin konnte mir auch nicht sagen, welche Diagnose die Ärzte festgestellt haben und was für eine Aphasie sie hat.

Kurz nach dem Unfall, vor 4 Jahren, konnte Dorota nichts sprechen, obwohl sie verstanden hat was man zu ihr sagt. Die verbale Kommunikation war unmöglich. Heutzutage ist ihre Sprache schon verständlich aber nicht fließend. Dorota macht oft Pause, um sich an ein Wort zu erinnern, wenn sie es in einer Aussage braucht. Die Patientin erinnert sich nicht viel aus der Zeit direkt nach dem Unfall. Ihr „fällt nichts ein“, wie sie sagte. Als sie nach dem Spracherwerb gefragt wird, antwortete sie im Infinitiv: „Töne, Wörter wiederholen“ oder sie bildete die Sätze über sich selbst in der 3. Person Singular: „sie sollte zwinkern, wenn ‚ja‘ oder ‚nein‘.“ Nach einer Weile des Gesprächs ist die Patientin zur vorigen Frage zurückgekommen. Die Frage betrifft die Reihenfolge des Lauterwerbs. Sie hat als Beispiel [k] genannt, jedoch in einer unverständlichen Aussprache des Konsonanten und dadurch musste ich sie um Wiederholung bitten, um mir zu erlauben an der Richtigkeit der Antwort zu zweifeln. Die Patientin sagte auch, dass es das einfachste ist die Namen der Eltern auszusprechen (Halina und Marian). Bestimmt liegt es daran, dass sie sie vor dem Unfall sehr oft verwendet hat und die Namen in ihrem Unterbewusstsein geblieben sind. Wie Dorota feststellte, hat sie nach dem Unfall nicht gesprochen sondern „geplappert“. Die Äußerung hat meiner Meinung nach negative Konnotationen, deshalb vermute ich, dass auch die Patientin keine guten Erinnerungen von sich aus dieser Zeit hat. Die Angehörigen haben verschiedene Wörter auf Tonband aufgenommen. Auf diese Art lernte und übte die Patientin die Aussprache von Wörtern.

Auf die Frage, wie die Kommunikation zwischen ihr und ihren Angehörigen am Anfang aussah, antwortete sie: „Sie geben mir zuerst das Essen durch Rohr, 3 Monate“. Die Patientin versuchte sich mit meiner Hilfe an die Bezeichnung „Sonde“ zu erinnern. Frau P. erzählte mir auch, dass ihr die Ärzte keine Chance zum Gehen gegeben haben. Sie sollte im Rollstuhl sitzen, weil sie gelähmt sei, aber heute ist sie fast völlig bewegungsfähig. Ich finde auch die Äußerung in ihrer Weise wichtig und möchte daher ihre Wörter genau zitieren: mia³am na wózku siedzieæ, powiedzia³, ¿e… ¿e siê postara³a, ¿e chodzi³a sama. Wszystko dobrze, tylko ta mowa i prawa strona.[12]. Die Antwort ist nicht ganz korrekt, weil die Frage nicht nach der Diagnose und der Art und Weise war. Aus diesem Grund musste ich mehrmals zu meinen Fragen zurückkehren oder sie wiederholen. Die richtige Antwort hab ich dann aber endlich bekommen. Die Bewegungsfähigkeit ist jetzt relativ gut. Frau Dorota P. hat für mich, als einzige untersuchte Person, etwas geschrieben. Unten befindet der Unterschrift der Patientin. 

 

 

Bild 11. Unterschrift von Frau Dorota P. [Dorota Pa …]

Die Patientin hat noch Schwierigkeiten mit einigen Lauten im Bereich des Schreibens. Man sieht das „o“ kein geschlossener Buchstabe ist, sondern wie „g“ oder „q“ sieht. Frau Dorota übt noch immer darin.

Die Geselligkeit entwickelt sich sehr gut. Die Patientin hat viele Freunde, sie mag sehr spazieren, in die Stadt gehen oder Gespräche mit Bekannten führen. Vor dem Unfall hatte Dorota Pläne, ins Ausland zu gehen und dort zu arbeiten. Aber nach dem Unfall musste sie ihre Pläne ändern. „Ganzes Leben hat mich sehr verändert“. Das Befinden der Patientin und ihrer Familie war, gleich nach dem Unfall schlecht. Nur dank der Dauerbetreuung und den Medikamenten hielten sie die schwierige Zeit aus. Dorota betont, dass die Familie sehr viel geweint hat.  

Die Analyse die untersuchten Fälle hat gezeigt, dass die Kommunikation am Anfang nur nonverbal verläuft und die Betroffene die Sprache fas von Anfang wiedererlernen müssen (wie Babys), was sich auch auf den theoretischen Teil zurückgreift. Die Störungen zwischen den Kranken und den Angehörigen können schnell überwindet werden, im Grund genommen dank festgestelltem Zeichensystem, das bei der nicht sprachlichen Kommunikation sehr ähnlich bei jedem Fall ist. Die Befragten unterstreichen, dass sehr wichtig ist die geistige Hilfe und die Unterstützung bei dem Spracherwerb, man soll z.B. nicht zu groβem Nachdruck auf grammatische Regeln oder Sprechtempo legen.

 

 

 

 

Schlusswort

Die Sprachstörungen, die nach dem Prozess des Spracherwerbs entstanden sind, bezeichnet man als Aphasie. In meiner Arbeit habe ich verschiedene Klassifikationsarten der Aphasie dargestellt, die zusammen mit den Forschungen über das Gehirn evaluiert sind. Zu der bekanntesten Gliederung gehört die Klassifikation „Aachner Schule“: globale Aphasie, Brocka Aphasie, Wernicke Aphasie, amnestische Aphasie. Ich habe mich auch in der Arbeit mit dem Thema Aphasie in Hinsicht auf kommunikatorische Probleme beschäftigt. Am Anfang der Arbeit habe ich über die Bedeutung der Kommunikation geschrieben. Während der Analyse des Kommunikationsmodells nach Friedemann Schulz von Thun, erweist sich, dass jede Nachricht 4 Seiten – Botschaften enthält. Die aphasische Sprachstörung besteht darin, dass eine Seite fehlt bzw. „zerstört“ ist. Das erschwert die Verständigung mittels der Sprache. Da die Aphasiker ihr Denken nicht verbalisieren können, hat sich bei ihnen die nonverbale Kommunikation gestärkt. Was für ein komplizierter und vielsichtiger Prozess das ist, habe ich im zweiten Kapitel geschrieben. Die dargestellten Kommunikationsmodelle und die Handlungsweisen mit den Aphasikern wurden in meiner Arbeit bestätigt. Die Analyse der Texte von Maria Sadowska weisen darauf hin, dass der Spracherwerb von der Aussprache einzelner Laute anfängt. Die untersuchten Patienten haben das auch bewiesen. Wie die Kommunikation mit Aphasiker verläuft und welche Probleme die Sprachstörungen den Angehörigen bereiten, wird in dem praktischen Teil dargestellt. Ich habe eine Gruppe von Patienten untersucht, die ein Hirn-Trauma infolge eines Unfalls erlitten haben. Jede Verletzung war mit der Störung des Sprachzentrums, also mit der von mir analysierten Erscheinung, verbunden. In der Arbeit habe ich 5 Fälle im Alter zwischen 18 – 30 beschrieben. In der Untersuchung, die in Form einer Umfrage vorbereitet war, habe ich die Kranken, die von aphasischen Störungen betroffen sind und ihre Familien nach dem Leben mit Aphasie befragt. Die Kommunikation, die nonverbal verläuft, besteht zunächst in dem Augenwink in bestimmter Weise, wenn man auf die Frage antwortet, oder in dem Gesichtsausdruck, der von der Akzeptanz bzw. Missbilligung für eine bestimmte Idee des Absenders zeugt.

Es ist zu beachten, dass die ersten Monate den größten Einfluss darauf haben, wie schnell und wieweit die Rehabilitation dem Kranken gelungen ist. Der physische Zustand sowohl des Patienten, als auch der Angehörigen ist schlecht. Ihr ganzes Leben veränderte sich. Die Person, nach dem Unfall ist oft nicht die gleiche Person aus der Vergangenheit. In vielen Fällen ändert sich auch die Persönlichkeit. Sowie bei den Angehörigen des Aphasikers – krank ist ganzes Haus, nicht nur eine Person, weil das jeden Mitbewohner betrifft.

Der Wiedererwerb von Sprache ist ein mühseliger, lang dauernder Prozess und verlangt Determination und Übungen, zweifellos ist es jedoch realisierbar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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http://naszpredszkolak.pl/index.php?option=com_content&view=article&id=66&Itemid=80 [28.02.2010]

http://wwwrehamed-rheine.de/frames/Wernicke%20Aphasie.pdf [28.02.2010]

http://www.klinik-am-stein.de/fileadmin/Daten/KAS/mittendrin/0601/01_schwerpunktthema.pdf [9.04.2010]

http://www.klinische-linguistik.de/selbsthilfe/aphasie.htm [26.04.2010]

http://www.meduni-graz.at/phoniatrie/images/content/file/information/aphasie.pdf [26.04.2010]

http://logopeda.elblag.pl/zycie_z_afazja.html [29.04.2010]

http://logopeda.elblag.pl/jak_postepowac_z_afatykiem_.html [29.04.2010]

http://www.profesor.pl/publikacja,14784,Referaty,Wybrane-metody-rehabilitacji-podstawowych-defektow-mowy-w-afazji [29.04.2010]

http://sosw.oeiizk.waw.pl/gimnazjum/prak_ped/plan1/metody_pliki/metody_kom.htm [19.05.2010]

http://www.do2learn.com/picturecards/printcards/coloring/large.htm# [19.05.2010]

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Streszczenie pracy dyplomowej

 

Afazja jako forma zaburzenia komunikacji – Komunikacja z osobami, które zosta³y dotkniête afazj¹

 

Imiê i nazwisko autora pracy: IWONA KOWALSKA

Nr albumu: 63260

Imiê i nazwisko promotora pracy: Dr Magdalena Donderowicz

S³owa kluczowe: Aphasie, Gehirn, Kommunikation, Kommunikationsmodelle, Sprechen, Sprachstörung(en);

TreϾ streszczenia:

Afazj¹ nazywamy wszelkie zaburzenia mowy, powsta³e wskutek urazu czêœci mózgu. W rozdziale pierwszym niniejszej pracy zosta³y przeanalizowane g³ówne rodzaje afazji, wywodz¹ce siê z Aachner Schule (afazja Broca, Wernickiego, amnestyczna, globalna). Podstawowym celem by³o ukazanie afazji jako formy zanurzenia komunikacji oraz sposobu w jaki ta komunikacja przebiega. W zwi¹zku z tym, w kolejnym rozdziale opisywa³am zjawisko komunikacji – szczególnie werbalnej, która w przypadku afazji jest znacznie zaburzona. Zaprezentowane w pracy modele komunikacji i postêpowanie w przypadku chorych zosta³y potwierdzone w badaniach. Rozdzia³ trzeci opisuje zastosowanie mowy i przebieg procesów myœlowych, skupia g³ówne pojêcia z zakresu fonetyki i fonologii. Z przeprowadzonej ankiety wœród chorych i ich najbli¿szych wynika, i¿ komunikacyjne zdolnoœci afatyka w pocz¹tkowej fazie jego choroby zatrzyma³y siê na poziomie niewerbalnym. Werbalizacja myœli pojawia siê wraz ze stopniowym przyswajaniem g³osek.

 

 

 

 

Iwona Kowalska

63260

Filologia

Germañska

Studia niestacjonarne II stopnia

 

 

 

OŒWIADCZENIE

 

Œwiadoma odpowiedzialnoœci prawnej, oœwiadczam, ¿e praca dyplomowa

 

Aphasie als Kommunikationsstörung - Kommunikation mit Menschen, die von Aphasie betroffen sind (Afazja jako forma zaburzenia komunikacji – Komunikacja            z osobami, które zosta³y dotkniête afazj¹)

 

zosta³a wykonana samodzielnie i nie zawiera treœci uzyskanych w sposób niezgodny z obowi¹zuj¹cymi przepisami Oœwiadczam równie¿, ¿e przedstawiona praca nie by³a wczeœniej przedmiotem procedur zwi¹zanych z uzyskaniem tytu³u zawodowego w uczelni. Oœwiadczam ponadto, ¿e drukowana wersja pracy dyplomowej jest identyczna z za³¹czon¹ jej wersj¹ elektroniczn¹.

 

 

 

 

 

 

 

Bydgoszcz, dn. 15.06.2010 r.                                                       ……………………………..

     (podpis studenta)

 



[1] Übersetzung des Autors

[2] Über verbale Kommunikation lesen sie im weiteren Teil der Arbeit (Seite 15)

[3] Die teilweisen oder vollständigen von organischen Hirnschäden verursachten Sprachstörungen des Menschen, der schon vorher diese Funktionen beherrscht hat. (Übersetzung des Autors)

[4] Quelle: http://www.logopedia.pl/index.php?option=com_content&task=view&id=365&Itemid=37

[5] Definition Aphasie nach Wernicke: „Einer Aphasie liegt eine Unterbrechung des beim normalen Sprechvorgangs benützten Reflexbogens zu Grunde.“ (http://www.rehamed-rheine.de/frames/Wernicke%20 Aphasie.pdf)

[6] Jede geistige Handlung des Menschen ist ein komplexes Funktionsystem. Seine Umsetzung sichert ganze Gruppe der kooperierenden Gehirnapparate, von denen jeder (Apparat) seine eigene Funktion an der Arbeit des Systems hat. (…) Jedes Gehirnareal, das an der Sicherstellung der Funktionsweise teil nimmt, ist für sein Faktor verantwortlich. (Übersetzung des Autors)

[7] Informationen aus dem Vortrag von dr J. Pociask

[8] Man kann das mit dem Sterben eines Baums vergleichen. Es fängt  den jüngsten Ästchen an, und erst später kommt es zu den ältesten Zweigen.

[9] Interview aus 22.04.2010 r. [Übersetzung des Autors]

[10] Alle an der Analyse teilnehmenden Personen kennen das Ziel der Forschung und erlauben mir die Ergebnisse zu veröffentlichen.

[11] Picture Communication Symbols (PCS) entwickelte in den Vereinigten Staaten. Derzeit ist es das häufigste Grafik-System. Das System besteht aus 3.000.000 Zeichen. Das sind einfache, schwarz-weiße Strichzeichnungen mit einem Slogan unter dem Symbol.

[12] Ich sollte auf dem Rollstuhl sitzen, er sagte, dass…. Dass sie sich bemüht, allein geht. Alles gut, nur die Sprach und die rechte (Körper)Seite